Pensionskassen in schwierigen Zeiten

Editorial

Finanzmärkte reagieren sehr empfindlich auf politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen und Unsicherheiten.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Aktienmärkte weltweit zusammengebrochen. Das haben nicht nur Aktionäre zum Teil schmerzlich zu spüren bekommen, sondern auch Pensionskassen. Die Deckungsgrade der Pensionskassen sind in der ersten Jahreshälfte zum Teil deutlich gesunken. 

Die Aktienmärkte haben sich überraschend schnell wieder erholt, was nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen sein dürfte, dass das aktuelle Tiefzinsumfeld kaum alternative Anlagemöglichkeiten bietet. 

Diese volatilen Märkte verdeutlichen, wie schwierig es ist, langfristig nachhaltige Renditen zu erzielen. Pensionskassen sehen sich deshalb vermehrt gezwungen, ihre Anlagestrategien anzupassen und in risikoreichere Anlagen zu investieren.

Die finanzielle Situation der beruflichen Vorsorge hängt einerseits davon ab, inwiefern an den Finanzmärkten die notwendigen Renditen erzielt werden können, um die Sparkapitalien der aktiven Versicherten sowie das Rentendeckungskapital zu verzinsen. Anderseits steigen die Lebenserwartungen. Das bei der Pensionierung vorhandene Altersguthaben reicht oft nicht mehr aus, um die Rente bis ans Lebensende zu decken. Dies führt dazu, dass die Erwerbstätigen die Rentenversprechen der bereits pensionierten Generation mitfinanzieren müssen. 

Unter diesen Gesichtspunkten ist die bevorstehende BVG-Reform dringend notwendig. Es ist zu hoffen, dass sich die verschiedenen Akteure rasch auf eine Mehrheitsfähige Reform einigen.

Stefan Wanner,
Leiter Finanzen

 

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