Wer in den vergangenen Tagen oder Wochen in Rathausen beim CKW-Firmengelände der Reuss entlang spazierte, dem bot sich ein ungewohntes Bild. Ein leerer Oberwasserkanal und verschiedene Aktivitäten lassen erahnen, dass sich beim Kraftwerk etwas tut.

shab. Alle 20 bis 30 Jahre überholt CKW ihr «Hauskraftwerk» an der Reuss in Ebikon/Emmen im grossen Ausmass. Turbinenlaufrad, Turbinenwelle, Zwischengetriebe sowie Generator werden dabei entnommen, beim Lieferanten revidiert und wieder eingesetzt. Diese Arbeiten erstrecken sich über ein halbes Jahr; während dieser Zeit steht das Kraftwerk still, der Kraftwerkskanal ist leer.

Mehr als eine Million Franken hat CKW in die Revision investiert. Der kompakte Bau des Kraftwerks machte die Durchführung besonders knifflig. Viele Anlagenteile müssen mit einem Pneukran in Millimeterarbeit über die Dachluken transportiert werden, so auch die schwersten Teile: der Leitapparat mit einem Gewicht von 13 Tonnen und einer Höhe von über vier Metern sowie die Turbine. Letztere wiegt rund sieben Tonnen und ist fast drei Meter hoch. Ihr Einbau erfolgte am 17. Juni in mehrstündiger Feinarbeit. Wenn die Turbine des CKW-Kraftwerks im Juli ihren gewohnten Betrieb wieder aufnimmt, wird zuvor das Wasser aus der Reuss wieder in den Kanal geleitet, damit sie wie schon zuvor ihre zweieinhalb Runden pro Sekunde drehen und jährlich für rund 3‘500 Haushalte Strom aus der Kraft des Wassers produzieren kann. Im Einsatz stehen sieben CKW-Mitarbeiter aus der Produktion sowie von verschiedenen externen Firmen. Für die Kunden bleibt alles beim Alten: Sie merken nichts und werden in dieser Zeit von einem anderen CKW-Kraftwerk mit Strom versorgt.