Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern ist gar nicht glücklich mit dem neuen Richtplan, der demnächst in den Kantonsrat kommt.  Er werde dazu führen, dass sich die Luzerner Landschaft kaum oder nicht mehr entwickeln kann.

bi. In einer Umfrage vor rund einem Jahr zur Spar- und Investitionspolitik des Kantons Luzern hat sich eine überwiegende Mehrheit der in der AWG organisierten Unternehmer und Politikerinnen und Politiker für eine Regionalpolitik ausgesprochen, die auch Landregionen Entwicklungen ermöglicht und nicht nur den Gemeinden an der Y-Achse. «Dem widerspricht der Richtplan, der in der September-Session im Kantonsrat traktandiert ist.» Diese Position vertritt die AWG Kanton Luzern – und ist überrascht, dass sich das Land nicht gegen die schleichende Rückstufung wehrt.

Y-Achse noch stärker akzentuiert

«Am Volksentscheid von 2013 mit dem Ja zum revidierten Raumplanungsgesetz und zum schonenden Umgang mit dem Boden gibt es nichts zu rütteln», sagte Nationalrat Leo Müller als Präsident der AWG. Klar sei auch dass alle Kantone die Richtplanung revidieren müssen. «Aber dieser Richtplan schiesst über das Ziel hinaus», so Müller. Die Y-Achse würde stärker als bisher zulasten der Landschaft ausgelegt: Bisher mussten 70 Prozent der Entwicklung entlang der Y-Achse erfolgten und 30 Prozent auf der Landschaft. Dieses schon einseitige, planwirtschaftliche Verhältnis wird durch den neuen Richtplan mit dem Schlüssel 75% zu 25% weiter verschlechtert.

Landschaft blutet wirtschaftlich aus

«Unter dem Strich hat der Richtplan zur Folge, dass sich die Gemeinden und die Regionen der Landschaft nicht mehr entwickeln können», sagt Leo Müller. «Es kann doch nicht sein, dass Landgemeinden keine Betrieb mehr ansiedeln dürfen.» Oder noch deutlicher: «Die Landschaft ist nicht nur Wohnraum, sondern auch Wirtschaftsraum.» Der Unternehmer Martin Ruckli aus Buttisholz, ebenfalls im AWG-Vorstand, sagt es so: «Wenn Arbeitsplätze wegfallen oder leise verlagert werden, bluten die Dörfer und die Landschaft aus.» Gleichzeitig würden durch die Zentralisierung die Verkehrsprobleme in der Stadt und Agglomeration Luzern immer grösser.