Leserbriefe KW42/43

Eine grosse Chance und ein starkes Signal für mehr Qualität

Schön, dass die Abstimmung «Sagenmatt» sofort neu aufgelegt wird. Wir sind vom Projekt überzeugt ‒ sowohl vom architektonischen Konzept als auch von der angemessenen baulichen Dichte an diesem Ort. Die Sagenmatt ist genau das Gegenteil von dem groben «Klotz», den die Gegner uns auf ihren Plakaten vorgaukeln möchten. Mit den sorgfältig gestalteten Fassaden und vielleicht einem Strassencafé und kleinen Läden für das Quartier wird die gut durchdachte Überbauung die Kantonsstrasse wesentlich aufwerten. Die
attraktiven Wohnungen mit ihren begrünten Dachterrassen und den öffentlich zugänglichen, gartenartigen Innenhöfen machen die Siedlung zu einem Ort, an dem sich Familien und Menschen aller Generationen wohlfühlen werden. Die Sagenmatt setzt ein Signal für die qualitätsvolle Entwicklung, die sich Ebikon für die Zukunft wünscht. Und nicht zuletzt, ist das attraktive Wohnangebot der Sagenmatt auch eine Chance, gute Steuerzahler und Junge nach Ebikon zu holen, respektive einer Abwanderung derselben entgegenzuwirken. Als junge Einwohner von Ebikon stehen wir voll und ganz hinter diesem nachhaltigen Projekt und stimmen deshalb ein zweites Mal JA zur Sagenmatt.

Familie Andreas und Jasmin Meyer, Ebikon


Sagenmatt Ebikon

Haben Sie sich vorgenommen, bei der nächsten Abstimmung zur Planung Sagenmatt genau hinzusehen? Der Regierungsrat attestierte der letzten Abstimmungsbotschaft «schwerwiegende Mängel». Meiner Meinung nach finden sich diese im ganzen planerischen Prozess. An der Jurierung des Projektwettbewerbs 2015 und bei der Mitwirkung 2018 wurde ein Modell verwendet, welches das Projekt rund zwei Geschosse zu tief darstellte. Es kann vorkommen, dass ein Modell derart massive Fehler aufweist. Dass der Gemeinderat von Ebikon diesen Umstand nach Bekanntwerden überging und nicht mit qualifizierten Experten klärte, ob das Projekt unter diesen Umständen noch angemessen ist, ist verantwortungslos. Die geplanten Bauten überragen zum Beispiel die «Hochhäuser» Schlösslistrasse um rund sechs Meter. Die nötige Zonenplanänderung für die Sagenmatt wurde im Laufe des Planungsprozesses umformuliert. Das Endresultat ist eine Zone, die es erlaubt, auf dem ganzen Baubereich Luzernerstrasse 29 Meter und auf dem ganzen Baubereich Schachenweidstrasse 26 Meter hoch zu bauen, das sind neun und acht Geschosse. Die Investorin hat das Recht, diese Nutzungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Derart massive Bauvolumen zu ermöglich, ist grobfahrlässig. Diese unangemessene Nutzungserhöhung hat zudem Folgen für die gesamte Zonenplanrevision in der Gemeinde, da die Summe der Baulandkapazität beschränkt ist und zum Beispiel als Folge im Zentrum nicht mehr verdichtet werden könnte. Ich wünsche uns allen eine objektive und verständliche Abstimmungsbroschüre für die Meinungsbildung.

Marlis Gander, Luzern, dipl. Geografin/Raumplanerin, Luzern


Überdachung Kantonsstrasse – gut überdacht?

Wie in Ebikon fehlt auch in Buchrain ein attraktives und lebendiges Dorfzentrum. Dies soll in mehreren Etappen realisiert werden. Der Weg dorthin ist vorbildlich und bezieht die Buchrainer aktiv von Anfang an in den Prozess mit ein, auch mit einer Bevölkerungsbefragung. Vorgesehen sind auch ein Architekturwettbewerb und eine Volksabstimmung bei einem bekannten Zeitplan – alles sehr gut dargestellt auf www.generationenprojektbuchrain.ch. Und bei uns in Ebikon? 2015 hat der Gemeinderat einen Masterplan verabschiedet. Im Mai 2016 stellt Architekt Huwiler eine private Studie vor. Ein Initiativkomitee reicht im März 2018 dessen Idee ein, zieht aber die Initiative im Oktober 2018 wieder zurück, weil der Gemeinderat eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt. Diese stellt fest, dass die Überdachung zwar technisch machbar sei, aber doch mit vielen Fragezeichen. Verschiedene Fachstellen und Gremien werden um ihre Stellungnahme gebeten, daraus wird im Januar 2020 ein Vernehmlassungsbericht erstellt: Insgesamt wird das Vorhaben kritisch bis ablehnend beurteilt. Aufgrund des Gesamtfazits wird dem Gemeinderat empfohlen, die Überdachung nicht weiter zu verfolgen, sondern selbst die Initiative für die weitere Planung zu ergreifen. Stattdessen holt er sich anlässlich einer Podiumsdiskussion im Oktober ein Stimmungbild der Bevölkerung ab und bis Ende November Rückmeldungen von den politischen Parteien. Bis im Frühjahr 2021 wolle er auf Basis dieser Rückmeldungen darüber entscheiden, ob die Projektidee Huwiler weiterverfolgt wird oder nicht. Warum wählt Ebikon nicht einen Weg wie in Buchrain? Müssen wir, wie schon beim Kommissionenmodell, erst einen Sonderweg gehen, um dann nach Jahren festzustellen, dass es so nicht funktioniert?

Heidi Koch, Ebikon


Weitsichtiges Adligenswil und Poulet-Mastbetrieb

Adligenswil wirbt stolz mit dem Slogan „stadtnah mit Weitsicht und Zukunft“. Untermauert
unser weitsichtiger Gemeinderat diesen Slogan mit einer Bewilligung für den Bau eines
Poulet-Mastbetriebs auf dem Dottenberg, unserem beliebten Naherholungsgebiet? Als
weitsichtig denkenden Bürgerin von Adligenswil bin ich mehr als nur irritiert über diese
“politische Weitsicht und Weisheit“. Ein Poulet-Mastbetrieb heisst Lärm, Gestank und
Lastwagenverkehr im schönen Naherholungsgebiet. Für Naturliebhaber, Wanderer, Pilger
und Bewohner ist das eine negative Veränderung des Landschaftsbildes und ein absolutes
No-Go. Ein grosses Problem ist auch die hohe Belastung durch den zusätzlichen Schwerverkehr in der Schulhauszone Obmatt sowie auf der schmalen Dottenbergstrasse,
welche für eine solche Belastung nicht gebaut ist. Und von der Gefährdung der Schulkinder
und Wanderer will ich gar nicht erst anfangen. Was hat ein Poulet-Mastbetrieb mit der Weitsicht von Adligenswil zu tun, welcher zusätzlich auch den Grundprinzipien zum Schutz gegen die Zersiedelung widerspricht? Und überhaupt: Massentierhaltung ist nicht mehr zeitgemäss und hat mit Weitsicht, Umweltschutz und Zukunft nichts zu tun.    

Inge Schoenmacker

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