Leserbrief Weichle/Qube

 
16. Januar 2019. Ich fahre, einige Leserbriefe zu Quebe, Weichle, Wöschhänki im Hinterkopf, durch Ebikon. Ausnahmsweise durch ganz Ebikon, von der Coop-Tankstelle bis zur Mall, und weiter. Links und rechts der Hauptstrasse neue Häuser und Industriegebäude im Bau, Neubauten, Altbauten, mehr Industrie, Wohnen, Freizeit und Garagen, Garagen. Davon gibts noch (immer) mehr als Kebab-Buden. Verzweifelt suche ich «das Dorf». Ist die alte Kirche mit den paar Altbauten darum herum «ein Dorf»? Ich beobachte auch, wie die «Wöschhänki», die Masten für die neue Fahrleitung der VBL Nr. 1 aufgebaut werden. Eine grosse Zahl davon steht da, wo vorher Strassenbeleuchtungskandelaber standen. Ich muss mich anstrengen, sie wahrzunehmen. Und dann die Mall. Das Motto «Schweiz erleben» ist verschwunden. Es war ja auch traurig genug, die Schweiz auf eine lumpige Mall zu reduzieren. Die Entwicklung des Rontals mit ÖV-Erschliessung, dem Bushub, der Zentrumsverlagerung, der Mall steht der Masterplan Luzern Ost. Also auch die am 10. Februar zur Abstimmung stehende Umzonung «Weichle» und das Projekt «Qube». Das Projekt hat einen schweren Stand und das ist gut so. Denn es ist an der Zeit, eine Grundsatzdiskussion zu führen. Walter Holl hat es in seinem Leserbrief vor 4 Wochen exakt auf den Punkt gebracht. Unter dem Deckmantel »Luzern Ost», einem Verein wie jeder Kaninchenzüchterverein auch, wird an der Bevölkerung vorbei politisiert. Und das immer mit den besänftigenden Worten, dass es nur für unser Bestes und die Zukunft sei. Im Projekt «Weichle/Qube» kumuliert sich dieser Unmut und der Unmut ist nachvollziehbar. Doch ich meine, dass wir mit einem Nein aus Protest gegen die Politik Gefahr laufen einen grundlegenden Fehler zu machen. Hier Industriezone zu erhalten macht keinen Sinn, verdichtetes Bauen und bauen neben dem Bahnhof aber schon. Ich empfehle trotz dem Unmut ein JA für das Projekt «Weichle/Qube» weil es zukunftsorientiert ist.  Die wirtschaftlich und politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen ist ein anderes Thema.
 
Enrico Ragoni, Ebikon
 

Betoniertes und leeres MParc-Areal aufwerten – JA zu Weichle

 
Am 10. Februar 2019 dürfen wir in Ebikon darüber entscheiden, ob wir das bereits betonierte und leerstehende MParc-Areal aufwerten wollen mit einem attraktiven Quartier oder ob wir eine weitere Bauruine in Kauf nehmen. Das Zentrum von Ebikon am Bahnhof und auch als Visitenkarte entlang der Kantonsstrasse könnte eine Aufwertung vertragen. Die Genossenschaft Migros Luzern hat während mehreren Jahren und mit herausfordernden Eigentumsverhältnissen (Baurechtsverträgen) das moderne Richtprojekt „Qube“ entwickelt. Ich stimme JA, weil wir nur dann einen lebenswerten Ort mit attraktiven Wohnungen, Begegnungsmöglichkeiten und Grünflächen Mitten im Zentrum erhalten. Mit einem Nein halten wir das Wachstum sicher nicht auf. Das ist eine nationale Thematik.
 
Wir werden zusätzlich zum Balastbau und zum Risch noch eine weitere Bauruine erhalten. Wer es noch nicht gesehen hat, ein Teil der alten Landi musste bereits abgerissen werden. Das Nein-Komitee sollte ihre Lösung aufzeigen. Mit der Migros haben wir eine vertrauenswürdige Partnerin. Es wäre schade, wenn nach dem 10. Februar am Dorfeingang Occasionsautos stehen würden oder viele Lastwagen eines Logistikunternehmens mehr Verkehr generieren. So bleiben wir beim alten und negativen Image des Strassendorfes mit viel Verkehr.
 
Franz Isaak, Komiteemitglied weichle-ja.ch
 

«Qube als Goldesel ?»

 
Dass die finanzielle Situation von Ebikon nicht die beste ist, ist nicht Neues. Gemäss den
Qube-Befürwortern soll dieses neue Quartier einen Teil des Loches in der Gemeindekasse stopfen. Dabei wird vergessen, dass die Mehrwertabgabe von (noch nicht bestätigten) rund 3,5 Millionen Franken erst im Rahmen der Landverkäufe, resp. bei Überbauung der Grundstücke fällig wird und zweckgebunden verwendet werden muss. Auch ist leider nicht davon auszugehen, dass die Qube-Bewohner so viel Steuersubstrat generieren, dass unser Steuersatz gesenkt werden kann. Da müsste schon ein grösserer Fisch an Land gezogen werden … der sich jedoch mit Sicherheit nicht im Hochhaus niederlassen WIRD! Bleiben wir realistisch und stimmen am 10. Februar NEIN.
 
Bühler Stefan, OPP SVP Ebikon, Kantonsratskanditat
 

Über 1000 neue Wohnungen? Zuviel ist zuviel.

 
Die CVP setzt sich für ein gesundes Wachstum ein. In Ebikon sind jedoch über 1000 Wohnungen in Planung. Das maximal verdichtete Projekt mit 340 geplanten Wohnungen auf bestehendem Gewerbeland, kann heute unmöglich im Interesse der Gemeinde liegen. Dazu kommen die von der Gemeinde geplante Umzonung der letzten verfügbaren Gewerbeflächen (Arbeitszone) im gesamten Gebiet Weichle in eine verdichtete Zone mit
übergeordnetem Wohnen. Die bestehende Infrastruktur sowie der Verkehr werden dieses
Wachstum nicht verkraften. Zudem zogen bereits etliche Gewerbebetriebe in die umliegenden Gemeinden ab. Möchten Sie den gesunden Mix von «Wohnen und Arbeiten» riskieren? Ich nicht.
 
Fadenscheinige Argumente. Auf welche Werte möchten Sie setzen? Weder das Bauprojekt, noch die Investoren sind bekannt! Bei einer Annahme dieser Umzonung verliert die Bevölkerung sämtliches Mitspracherecht auf die künftige Entwicklung dieser zentralen, strategischen Fläche. Auch die gelobte Mehrwertabgabe ist kein Geschenk. Diese latente Steuer würde erst bei einer allfälligen Baurealisierung geschuldet und wäre auch bei jeder beliebigen anderen Projektrealisation fällig.
 
Ein Turm fast so hoch wie das Kantonsspital und schattige Wohnungen entlang der Strasse? Es ist offensichtlich, dass nicht die Wohnqualität sondern Renditen-Maximierungen im Vordergrund stehen. Denn es wäre gut möglich, für eine zonenkonforme Nutzung des Gebäudes zu sorgen. Auch wird es nie zu einer Bauruine kommen; hier vertrauen wir voll und ganz auf die MIGROS-Werte. WOLLEN SIE EIN UNKONTROLLIERTES WACHSTUM UND NOCH MEHR VERKEHR? ICH NICHT.
 
Christian Straub, CVP Ebikon, Präsident PUEK
 
NEIN zum Risiko
 
Mit der Umzonung Weichle soll die Möglichkeit geschaffen werden, dort unter anderem 340 Wohnungen zu erstellen. Neu sollen auch  Hochhäuser bis 30 resp. 55 m zugelassen werden (Abstimmungsbüchlein Seite 10). Wozu? Zum Einen sind diese Wohnungen schon deshalb nicht nötig, weil Ebikon bereits heute mehr als genügend Wohnfläche aufweist, zum Andern muss verhindert werden, dass unsere Gemeinde immer mehr stadtähnliche Züge annimmt. Wir alle wissen ja, dass an verschiedensten Orten in Ebikon Wohnungen gebaut werden. 1100 neue Wohnungen inkl. die 340 auf dem Weichleareal sind geplant.
 
Weiter sollen pro Wohnung 0,6 Parkplätze zugelassen werden. Auch wenn viele Bewohner nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren, können sie trotzdem ein eigenes Fahrzeug haben, das irgendwo abgestellt werden muss. Könnte es sein, dass hier ganz bewusst ein Parkplatzchaos geschaffen werden soll?
 
Für wen bauen wir diese Wohnungen. Kommen wirklich Leute, die die Gemeinde finanziell weiterbringen oder werden es eher Familien mit Schulkindern sein? Ebikon muss bereits ein neues Schulhaus bauen, weil eines aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr benutzt werden darf. Der Bau eines zweites Schulhauses wird früher oder später unumgänglich sein, weil sowohl die zugezogenen wie die hier geborenen Kinder ein Schulhaus brauchen. Einfache Frage: wer zahlt?
 
Dem Stimmbürger eine Zustimmung an der Urne schmackhaft zu machen mit dem Argument, es kämen so 3,5 Mio Franken Mehrwertabgabe in die Gemeindekasse, ist unfair.  Allein das mit Sicherheit nötig werdende Schulhaus wird einiges mehr kosten. Während andere Gemeinden ihren Steuersatz auf Anfang 2019 reduzieren konnten, verlangt Ebikon immer noch 1,90 Einheiten. Wie wird das wohl in Zukunft aussehen, wenn Weichle umgezont und gebaut wird?
 
Unsere Nachbargemeinde Emmen mit gut 30’000 Einwohnern hat erlebt, was es heisst, zu schnell zu wachsen. Wollen wir Ebikoner nichts daraus lernen, wollen wir lieber, dass uns der Kanton, wenn wir in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, auch sagen muss, wie es bei uns weitergehen darf.
 
Verzichten wir auf das Risiko und sagen an der Urne mit hoffentlich grosser Mehrheit Nein.
 
Walter Wirz, Ebikon

 

Umzonung Überbauung Weichle Nein

Ist es wirklich sinnvoll über die Umzonung der Weichle mit ja zu stimmen? Aus
Überzeugung bin ich gegen eine Umzonung.

In unserer Gemeinde ist bezahlbares Gewerbeland für Handwerksbetriebe grosse Mangelware. Tragen wir sorge zu diesem Land, um Ansiedlungen von Klein- und Mittelbetrieben weiterhin zu ermöglichen. Unsere Gemeinde sollte nicht nur Wohnpolitik betreiben, sondern sich auch fürs Gewerbe einsetzen. In den neu geplanten Wohnsiedlungen, die bereits in Vorbereitung sind, wird es sicher viele arbeitende Personen geben. Um einem Teil dieser Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zu geben, einen Arbeitsplatz in Ebikon zu finden, müssen zusätzliche Betriebe angesiedelt werden. Diese Umzonung vernichtet mögliche Ansiedlungen von Betrieben sowie allfällige Arbeitsplätze.
Gegenüber der geplanten Wohnsiedlung Weichle befindet sich ein grösserer KMU Betrieb. Lärmemissionen durch entladen und beladen von Fahrzeugen oder Maschinenlärm, der ein solcher Betrieb mit sich bringt, ist gegeben.

Reklamationen von zukünftigen Bewohnern eines angrenzenden Wohnquartiers sind gerade wegen diesen Emissionen vorprogrammiert. Einige Betriebe und gute Steuerzahler sind bereits abgewandert. Wollen wir weitere Betriebe und Arbeitsplätze verlieren? Wir sind verpflichtet für unsere Bürger durch eine gute Siedlungspolitik auch genügend Gewerbegebiet zur Verfügung zu stellen!

Josef Kaufmann, NEIN Komitee

Gewerbezone oder Wohnzone

Am 10 Februar stimmen wir Ebikoner über die Umzonung vom Areal Weichle von der Gewerbezone in die Wohnzone ab. Bei Annahme der Vorlage verlieren wir die letzten gewerblichen Landreserven.

Wo können unsere KMU`s sich weiterentwicklen und Arbeitsplätze schaffen, damit die Leute in den neuen Wohnsiedlungen (AMAG Innerschachen, Ausserschachen Riedmatt, Sagen, Hartenfels) Arbeit finden? Wo sollen die Arbeitenden Stellen finden die bei der Migros infolge Restrukturierung und Sparmassnahmen arbeitslos werden. (NZZ, Tagi und NLZ vom 29.06.2018)

Eingezontes Bauland haben wir in der Gemeinde Ebikon genügend. Überbauen wir zuerst das dafür vorgesehene Bauland bevor Gewerbeland umgezont wird. Eine nachhaltige Entwicklung kann nur stattfinden wenn Wohnen und Arbeiten Hand in Hand erfolgen.

Wenn mehr Leute in Ebikon wohnen, müssen auch Arbeitsplätze bereitgestellt werden.
Leider haben in letzter Zeit diverse Betriebe Ebikon verlassen, weil kein geeignetes Gewerbeland zur Weiterentwicklung vorhanden ist. (Maler Schlotterbeck, Schaco AG, BE Netz AG) Bieten wir dem Gewerbe die Möglichkeit neue Stellen zu schaffen. Stimmen wir NEIN zur Umzonung und Bebauungsplan Weichle.

Rolf Mattmann, Ebikon

1000 Wohnungen sind zu viel!

Auf dem MParc-Areal in Ebikon soll ein modernes, neues Quartier mit 340 Wohnungen entstehen (nota bene mit einer rekordverdächtigen Ausnützungsziffer von 1,8!). So wollen es die Migros und der Gemeinderat. Doch wollen dies auch die Bewohner/Innen von Ebikon? Zur Zeit besteht in Ebikon ein Wohnungsleerstand von 2,5 Prozent. Ueber 1000 neue Wohnungen sind bereits im Bau oder in den nächsten Jahren geplant. Grundsätzlich will niemand ein derart starkes Wachstum. Dieses ist nicht marktgesteuert sondern getrieben durch eine (zumindest noch vorläufig!) lukrative Kapitalanlage. Zum heutigen Zeitpunkt ein derartiges Projekt zu realisieren ist wider jegliche ökologische und ökonomische Vernunft. Starkes Wachstum heisst erfahrungsgemäss nicht automatisch mehr Steuersubstrat. Es bedeutet vorab ein Aufrüsten der Infrastruktur, die Geld kostet. Ob dies unsere Gemeinde mit der aktuellen Finanzlage stemmen kann, ist stark zu bezweifeln.
Nehmen wir unsere Verantwortung und unsere Weitsicht wahr und nutzen die Möglichkeit, bei diesem Vorhaben noch mitzubestimmen und lehnen diese Vorlage am 10. Februar ab!

Silvia Illi, Ebikon

Wie umgehen mit den Erträgen aus der Mehrwertabgabe?

In Ebikon gehen die Meinungen betreffend der geplanten Überbauung Qube weit auseinander. Einige Einwohner haben sehr grosse Mühe, sich ein Leben mit den Auswirkungen des verdichteten Bauens vorzustellen. Sie wollen ihr altes Ortsbild nicht verändert haben. Die Vorstellung, ganz auf ein Auto verzichten zu können, sogar in unmittelbarer Nähe eines Bushubs, ist ihnen fremd – im Gegensatz zu vielen Menschen der jüngeren Generation. Der Schattenwurf durch das geplante Hochhaus ist ihnen ein Dorn im Auge, wobei die zukünftigen Probleme wohl eher in den zunehmenden Hitzesommern liegen werden und daher zwei Schattenstunden am Tag auf die bestehende Do-it-Yourself-Glashalle sogar willkommen sein könnten. In meiner Einschätzung überwiegen jedenfalls die Vorteile des Projekts Qube dessen Nachteile, die es durchaus gibt.

Lukrativ scheint einigen Einwohnern der finanzielle Aspekt: Angeblich spült die Mehrwertabgabe rund 3,5 Millionen Franken in die Kasse der Gemeinde. Dazu muss man wissen, dass die Mehrwertabgabe zwar primär durch eine Geldleistung erbracht werden soll, sie kann aber auch durch eine Sachleistung, die Einräumung von Rechten oder eine Kombination der genannten Leistungsarten erbracht werden.

Ziel und Zweck der Erträge aus der Mehrwertabgabe ist in erster Linie, die Auswirkungen der Siedlungsverdichtung zu kompensieren. Es geht um Aufwertungen der öffentlichen Räume, Erhaltung und Förderung sowie Schaffung von Grün- und Freiräumen, Förderung der Siedlungsqualität, Förderung von preisgünstigem oder gemeinnützigem Wohnungsraum sowie Förderung des Langsamverkehrs. Um dies zu erreichen, braucht es auch in Ebikon ein Reglement über den Mehrwertausgleich, wie es am 10.Dezember 2018 in Sursee beschlossen und aktuell auch in Kriens beantragt wurde. Damit wird sichergestellt, dass die planungsbedingten Mehrwerte korrekt und nach einheitlichen Regeln ermittelt und die Erträge aus der Mehrwertabgabe zielgerichtet und zugunsten der Siedlungs-, Wohn- und Lebensqualität eingesetzt werden. Nur so kann es gelingen, die unvermeidlichen nachteiligen Belastungen und Auswirkungen der heute geforderten Siedlungsverdichtung zu
reduzieren und einen wichtigen Beitrag zu einer positiven Gesamtentwicklung von Ebikon zu leisten.

Heidi Koch, Ebikon

Qube Nein, Nein, Nein

Ja, wenn man Geld hat, dann kann man Leute bezahlen, um an ein Ziel zu kommen. Man
kann Reklame machen für Dinge die nicht realistisch sind. Für Wohnungen die wir nicht
brauchen, denn Leerwohnungen haben wir genug. Auch sind einige hundert in Planung.
Wir stimmen wieder für etwas ab, was dann nie dem entspricht was versprochen wird. Die
Migros kann ihr Land teuer verkaufen, aber was nachher geschieht, sind wir alle nicht sicher.

Wer wird wohl der Hauptinvestor sein ? Ein Gebäude das 20 Jahre alt ist einfach abzureissen, nein das kann es doch nicht sein. Das kann man nur machen, wenn es auf das Geld nicht drauf ankommt. Ja und die Migros gehört doch dem Volk, wird uns doch im Fernsehen gesagt. Machen wir doch etwas Sinnvolleres daraus. Vorschlag an die Migros. Da uns allen der alte ‚do it yourself‘ fehlt, denn in der Mall ist das Sortiment viel zu klein, könnte er sich dort wieder einnisten und sich in den oberen Geschossen die Migros Clubschule einrichten. Es hätte Parkplätze und der Zulauf wäre euch sicher. Manchmal ist ein Rückzug der bessere Zug! Ein klares nein für etwas, was nicht nötig ist!

Ursula Illi, Ebikon

«Ewige Baustelle Qube»

Die Befürworter des Grossprojektes Weichle sind überzeugt, dass die Investoren marktorientiert bauen werden. Es werde kein erhöhter Leerwohnungsbestand entstehen. Sie verschweigen aber, dass «Qube» damit zu einer ewigen Baustelle mutiert. Wenn ein neues Quartier innerhalb eines Zeitraumes von bis zu zehn Jahren entstehen soll, dann erzeugt dies immerwährenden Lärm, mehr Verkehr durch Baumaschinen und Lastwagen. Die ersten und weiteren Zuzüger würden sich wohl kaum über derartige Aussichten – auf einer mehrjährigen Baustelle zu wohnen – freuen. Ob das die hohe Qualität bietet, die
angepriesen wird und Interessierte anziehen soll, ist mehr als fraglich. Mit diesen Aussichten kann ein solches Vorhalben nur abgelehnt werden. Deshalb NEIN am 10. Februar zum Bebauungsplan und der Teilzonenplanänderung Weichle!

Bruno Häfliger

Konzernverantwortungsinitiative in Ebikon

Glencore vergiftet Flüsse im Kongo und die Luft in Sambia. Der Basler Konzern Syngenta verkauft tödliche Pestizide, die bei uns schon lange verboten sind und Schweizer Goldraffinerien beziehen Rohgold aus Kinderarbeit. Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards. Die Konzernverantwortungsinitiative verhindert, dass weiterhin Menschenleben zerstört und die Umwelt vergiftet werden. Konkret sollen Konzerne mit Sitz in der Schweiz verpflichtet werden, in ihren Geschäften auf der ganzen Welt Menschenrechte und Umweltstandards einzuhalten. Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Menschenrechtsverletzungen haften, die sie oder ihre Tochterfirmen verursachen.

Vergangene Woche wurde auch in Ebikon ein lokales Unterstützungs-Komitee für die
Konzernverantwortungs-Initiative gegründet. Charles Vogelbacher vom Komitee sagt: «Wir finden es wichtig, dass wir uns auch in Ebikon vermehrt für Menschenrechte und Umwelt einsetzen. Darum haben wir ein Komitee gegründet.» In den nächsten Wochen und Monaten will die Gruppe erste Informationsveranstaltungen und Aktionen organisieren.

Charles Vogelbacher, Ebikon im Namen des Lokalen Komitees

Ebikon: Tempo 30 auf Kantonsstrasse –
Leserbrief von Herrn Bühler

Kantonsratskandidat Stefan Bühler schreibt in seinem Leserbrief vom 10.1.19, dass bei einer möglichen Einführung von Tempo 30 auf einem Hauptstrassenstück, die Fussgänger dann immer Vortritt hätten. Einige Regeln des Strassenverkehrsgesetzes müssen auch Fussgänger von ganz jung bis ins hohe Alter kennen. Die aus meiner Sicht problematischen Grünstreifen in den 30er-Zonen schaffen schon für genügend Verwirrung, aber die krasse Fehlinformation von Herrn Bühler setzt bei mir schon grosse Frage- und Ausrufezeichen. Ich erachte die grundsätzliche Abschaffung der Fussgängerstreifen in 30er-Zonen als schlecht. Wir sehen ja die vielen Ausnahmen. Man wollte wahrscheinlich einfach, dass in solchen Zonen die Strasse von Fussgängern überall überquert werden darf, ohne einen Mindestabstand zu einem Fussgängerstreifen einhalten zu müssen. Wir haben heute die Regelung, dass die Strasse überall überquert werden darf, wobei dies bei Grünflächen
besonders geeignet sei, aber überall ohne Vortrittsrecht. Ich bin auch nicht für eine Temporeduktion und schon gar nicht für eine 20er-Zone, wie von Herrn Bühler bezüglich Vortrittsrecht beschrieben.

Stefan Müller, Ebikon

Contra Zersiedelungsinitiative

Die Zersiedelung und der Kulturlandverlust sind Themen, die auf Grund der Kleinräumigkeit der Schweiz berechtigterweise streng geregelt werden müssen. Mit dem vom Bund genehmigten Richtplan hat der Kanton Luzern bereits eine strenge und auch sehr einschränkende Regelung für die Einzonung von Bauland. Schon mit der heutigen Gesetzgebung drohen Auszonungen. Auch ausserhalb der Bauzone ist die Gesetzgebung sehr restriktiv und Fruchtfolgeflächen können nur überbaut werden, wenn sie kompensiert
werden. (Aufwertung von minderwertigen Böden zu Fruchtfolgeflächen) So haben wir im Kanton Luzern den unbedingt nötigen, wenn auch minimalen Spielraum.

Die Zersiedelungsinitiative setzt auf die Karte Nulltoleranz. Es dürften überhaupt keine neuen Flächen mehr eingezont werden. Nur im Abtausch wären Ein – und Auszonungen noch möglich. Gemeinden die grosszügig eingezont haben, wären also im Vorteil gegenüber denen, die schon jetzt mit der Ressource Kulturland haushälterisch umgegangen sind. Dies ist höchst ungerecht. Auch die Wirtschaft würde durch diese radikale Initiative grossen Schaden nehmen, weil auch ihre Bautätigkeit zu stark eingeschränkt würde. Darum stimme ich NEIN zur Zersiedelungsinitiative.

Hanspeter Bucheli, Kantonsrat CVP, Ruswil

Leserbrief zur Zersiedelungsinitiative

Boden ist ein kostbares Gut. Trotzdem ist der Verbrauch nach wie vor enorm. Jede Sekunde wird ein Quadratmeter verbaut. Die Siedlungsfläche nimmt zu, der Flächenverbrauch pro Person ist hoch. Der Preis steigt seit Jahrzehnten stetig.

Hört das nie auf? Die Volksinitiative „Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ will den Prozess in andere Bahnen lenken: nachhaltige Formen des Wohnens und Arbeitens in kleinräumigen Strukturen statt Verschleiss. Hohe Lebensqualität mit kurzen Verkehrswegen soll nachhaltige Quartiere prägen.

Tatsächlich hat die Initiative klare Vorzüge: Sie setzt den Fokus auf eine qualitativ hochstehende Siedlungsentwicklung nach innen und sie stoppt die weitere Ausdehnung von Bauzonen. Sie schützt damit das Kulturland konsequenter und begrenzt den Pro-Kopf-Verbrauch an Boden. Das liegt auch im objektiven Interesse der Landwirtschaft.

Es  braucht einen haushälterischen Umgang mit dem Boden, der Druck auf neue Einzonungen ist zu verringern und das Kulturland zu schonen. Das zahlt sich auch für die öffentliche Hand aus: Es braucht weniger teure Investitionen in neue Infrastrukturbauten. Genau das will auch die „Zersiedelungsinitiative“.

Louis Schelbert, Luzern

Leserbrief: LZ Kommentar «Luzerner Bürgerliche desavouieren ihre Regierung»

Mit dem bürgerlichen Kompromiss zur Steuergesetzrevision wird die Regierung gestärkt und die Bewohner des Kantons Luzern profitieren vom Abrücken starren politischen Fronten. Gemeinsam wird damit der Kanton weitergebracht. Denn damit sind Grundlagen geschaffen, um den lang ersehnten Bildungskostenteiler zu realisieren, mehr Sicherheit dank dem neuen Gewässergesetz zu schaffen und den Abzug von Vermögen und Steuersubstrat aus dem Kanton Luzern den steuergünstigeren Nachbarn zu verhindern. Der Artikel blendet zudem aus, dass die Steuerstrategie des Kantons Luzern in mehreren Abstimmungen vom Stimmvolk immer wieder bestätigt wurde. Das Volk hat die Erhöhung der Unternehmensgewinnsteuer und die Erhöhung der Staatssteuer vor drei Jahren deutlich abgelehnt. Mit der Beschränkung des Fahrkostenabzuges, der Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer, der Beschränkung des Pendlerabzuges, der Erhöhung der Dividendenbesteuerung, der Einführung Minimalsteuer für Unternehmen und der Mehrwertabgabe sind die Luzerner Steuerzahlenden und die Unternehmer dennoch weiter belastet worden. Weiter verkennt der Bericht, dass der Kanton Luzern bei der Vermögensbesteuerung, bei der 10 Prozent der Steuerpflichtigen rund 80 Prozent der Vermögenssteuererträge bezahlen, gerade keinen Spitzenplatz belegt. Mit der geplanten Erhöhung der Vermögenssteuern um einen Drittel, manövriert sich der Kanton Luzern innerhalb der Zentralschweiz ins Abseits und es besteht ein erhebliches Risiko, gute Steuerzahlende zu verlieren. Mit der unkritischen Umsetzung der Steuervorlage fällt der Kanton Luzern bei den Wettbewerbs- bzw. Standortsindikatoren ins hintere Mittelfeld zurück und kann im Steuerwettbewerb nicht bestehen. Die Luzernerinnen und Luzerner müssen auch bei der bürgerlichen Kompromisslösung mehr Steuern bezahlen und dennoch sind die Reaktionen bereits sehr positiv, weil damit das Wohlergehen des Kantons getreu dem Motto gemeinsam weiterkommen über sture Parteiposition gestellt wurde.

Georg Dubach, Kantonsrat FDP.Die Liberalen

Liberalisierungsschritt bei den Öffnungszeiten

Die breite Unterstützung aller Luzerner Kantonalpartei-Präsidenten für den Ladenöffnungszeiten- Vorschlag des Detaillistenverbands und des Gewerkschaftsbunds hat mich sehr überrascht. Hat dieser Aktivismus der Politiker mit dem Wahljahr zu tun? Der FDP-Fraktionschef hat nun dafür eine Motion eingereicht. In meinen Augen unverständlich, dass im Kantonsparlament überhaupt darüber diskutiert werden soll. Vergleicht man den Vorschlag mit der heutigen Situation, stellt man fest, dass die Anbieter ihre Geschäfte eine halbe Stunde länger öffnen könnten. Pro Woche, wohlverstanden. Grossartig, diese Errungenschaft! Viele erinnern sich vielleicht nicht mehr oder wissen es gar nicht. Vor über 40 Jahren galt im Kanton Luzern folgende Regelung: Ein Abendverkauf pro Woche bis 21.00
Uhr und am Samstag offen bis 17.00 Uhr. Kommt das bekannt vor? Der gepriesene
Liberalisierungsschritt verkommt somit zu einem Rückschritt. Da ändert die Möglichkeit, künftig an den vier Werktagen ohne Abendverkauf eine halbe Stunde länger offen zu halten, auch nichts. Vor knapp 40 Jahren wurde dann die genannte Regelung geändert. Der Kanton Luzern erhielt einen zweiten Abendverkauf. Dafür wurde die Samstags-Stunde von 16.00 bis 17.00 Uhr geopfert. Die Situation ist wirklich zum Lachen. Das soll ja bekanntlich gesund sein. Ärgerlich ist die Tatsache, dass sich Politiker vom Gewerkschaftsbund und dem Detaillistenverband für eine Lösung einspannen liessen, ohne vorher mit den restlichen Marktteilnehmern gesprochen oder deren Meinung gekannt zu haben. Die City-Vereinigung der Stadt Luzern, Migros, Coop, Manor, Denner, Aldi, Lidl, etc. und alle Shopping-Center im Kanton Luzern wurden da (bewusst?) ausgelassen. Das ist in meinen Augen das falsche Vorgehen.

Philippe Gerber, Fürigen