Ebikon: Tempo 30 auf der Kantonsstrasse?

Die Frage, wie die Schulkinder aus der geplanten Überbauung Weichlen auf die
andere Strassenseite zur Schule kommen, beschäftigt offenbar auch die
Verantwortlichen auf dem Bauamt der Gemeinde.
Da die Gemeinde im Innerschachen allein wegen der Schulkinder eine Überführung
bauen musste, werden happige Kosten für eine weitere derartige Einrichtung über
die Kantonsstrasse befürchtet.
Nun sollen Mitarbeiter des Bauamtes geäussert haben, man könne das Problem
auch mit einer Tempo 30-Zone auf der Kantonsstrasse lösen. Dann hätten alle
Fussgänger, nicht nur Kinder, gegenüber dem restlichen Verkehr immer Vortritt.
Heisst das also, dass mit der Abstimmung über das Projekt beim M-Parc auch über
die Einführung von Tempo 30 auf der Kantonsstrasse im Bereich Weichlen
abgestimmt wird? Oder ist zumindest mit einer Tempo 30 Zone zu rechnen? Vom
Gemeinderat erwartet man diesbezüglich eine verbindliche Aussage.

Bühler Stefan
OPP SVP Ebikon
Kantonsratskandidat

Gegen die Willkommenskultur des Gemeinderates

Der Gemeinderat Ebikon gab im Zusammenhang mit dem letzten Budget bekannt,
Ebikon habe zwar mehr Einwohner, aber nicht mehr Steuereinnahmen und die
Sozialausgaben stiegen stetig. Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan
Weichlen stellt er fest, Ebikon habe zuwenig moderne Wohnungen. Gute
Steuerzahler hätten kein attraktives Wohnangebot. Deshalb müsse das MParc-Areal
überbaut werden. Es ist aber zu bezweifeln, dass Leute, die es sich leisten können,
ausgerechnet in ein bis an die Schmerzgrenze verdichtetes Quartier zwischen
Bahngeleise und Kantonsstrasse ziehen wollen. Ein grosser Teil von Neuzuzügern
wird zudem durch das extra beschränkte Parkplatzangebot abgehalten. Nur 60%
aller Wohnungen verfügen gemäss Vorlage über einen eigenen Parkplatz. Es mag
sein, dass pendelnde Studenten und alleinerziehende Mütter kein Auto haben. Das
sind aber meistens auch nicht die Steuerzahler, die sich der Gemeinderat
herbeiwünscht. Wer sich eine teure Wohnung leisten kann, hat vielfach auch
Mobilitätsbedürfnisse, die mit einem eigenen Auto befriedigt werden wollen. Wenn
das nicht geht, sucht man eine Wohnung mit Parkplatz. Mehr Steuereinnahmen aus
Wohnquartieren, die nur über beschränkte Parkplatzangebote verfügen, dürften
Wunschdenken sein. Es ist zu befürchten, dass mit dieser Überbauung die
Einwohnerzahl und damit die Aufgaben für die Gemeinde weiter zunehmen werden,
die Steuereinnahmen aber stagnieren. Mit einem Nein am 10. Februar 2019 zum
Bebauungsplan und zur Umzonung der Weichlen können wir dagegen ein Zeichen
setzen.

Hans-Peter Graf, Ebikon

Weichle JA: 3,5 Millionen Mehrwertabgabe und neues Steuersubstrat

Die Gemeinde Ebikon weist seit einigen Jahren Defizite aus. Im 2019 ist gar ein Defizit von knapp 2,5 Millionen budgetiert. In den Erläuterungen des Gemeinderats ist zu lesen, dass die Steuererträge stagnieren und zwei Millionen Franken Ertrag fehlen. Zudem heisst es wörtlich: „Ausgehend von den aktuellen Finanzzahlen wird eine Steuererhöhung spätestens ab 2021 unumgänglich sein.“ Wollen wir also weiter zuwarten, Defizite budgetieren und die Steuern erhöhen? – Die Leistungen werden aber auch mit der Steuererhöhung leider nicht attraktiver. Wer die Detailversion des Budgets auch gelesen hat, entnimmt auf der Seite 6, dass beispielsweise die Planung des Schulhausersatzbaus Höfli aufgrund der Finanzen sowie der personellen Ressourcen nicht ausgelöst werden kann. Ich werde JA zum Bebauungsplan Weichle stimmen, denn nur so steigt die Attraktivität städtebaulich mit einem neuen Quartier und auch finanziell für die Gemeinde. Mit der Mehrwertabgabe von 3,5 Millionen Franken kann immerhin die Planung des Schulhauses Höfli ausgelöst werden und neues Steuersubstrat gelangt nach Ebikon. Die umliegenden Gemeinden Dierikon, Root oder Rotkreuz warten nicht und können die Steuern senken.

André Mühlthaler, Kantonsrat-Kandidat FDP.Die Liberalen Ebikon 

Eine Mall of Switzerland genügt

Ebikon war schweizweit in den Schlagzeilen, als die Mall of Switzerland eröffnet
wurde. Grossstädtische Dimensionen haben uns erhöhte Aufmerksamkeit verschafft.
Was davon geblieben ist, lesen wir heute hauptsächlich nur noch in der Lokalpresse.
Darüber hinaus trifft man derzeit höchstens noch Mitleid und Anteilnahme. Und jetzt
kommt ein neues analoges Grossprojekt. Ein neues Zentrum für Ebikon soll
entstehen. Ebenfalls grossstädtisch, mit einem 55 Meter hohen Hochhaus,
verdichtetes städtisches Wohnen heisst das, verbunden mit Schattenwurf und auf
den Plänen garniert mit hohen Bäumen, alles immer flexibel ausbaubar nach den
Wünschen der Gemeinde, der Bevölkerung und der Nutzer. Das haben wir alles auch
schon einmal gehört, damals hiess es noch Ebisquare und versprach ein Erlebnisbad
etc. Es ist ja schön, wenn national und international bekannte Architekten mit
unbekannten Investoren bei uns ihre Träume verwirklichen wollen. Ich aber lebe hier
und will kein neues Zentrum in Ebikon, ich brauche auch keine nationale
Ausstrahlung. Eine Mall of Switzerland in Ebikon reicht mir. Darum bin ich gegen den
Bebauungsplan Weichlen und die Umzonung.

Josef Bucher, Ebikon

Frauen wählen

Das Thema der Frauenvertretung in wichtigen Ämtern und Funktionen wurde im 2018 viel beachtet und hat zu schreiben und zu reden gegeben. Nicht zuletzt auch durch die erfreuliche Ersatzwahl im Bundesrat. Das ist gut. Wichtig ist, dass Verantwortliche daran denken, Frauen zu suchen, wenn es um die Wahl, Ernennung oder Rekrutierung für Aufgaben und Funktionen geht. Es ist erwiesen, dass Gremien, in welchen beide Geschlechter ausgewogen vertreten sind (also auch die Männer), bessere Resultate erzielen. Deshalb engagiere ich mich in der Gruppe frauen-luzern-politik.ch. Dabei geht es
nicht nur, bei den Männern das Suchen und Fionden nach Frauen zu erhöhen, sondern auch die Frauen zu stärken und zu motivieren, sich aktiv für Ämter und Funktionen zu bewerben.
Nun flatterte kürzlich die Einladung zum Mobilitätskongress 2019 ins Haus. Die hat mich wirklich sehr erfreut; zum Thema „Zwischen Schlagzeilen und Facts“ sind vier von fünf Referenten – Referentinnen Frauen und zusätzlich eine Moderatorin. Es geht – und wird wieder ein spannender Anlass. Da muss ich Regierungsrat Robert Küng und seinen Mitarbeitern ein Kränzchen winden, Bravo!

Rosy Schmid, Hildisrieden, Kantonsrätin FDP

Gleich lange Spiesse für Privatschulen

Ich beziehe mich auf die Forderung für gleich lange finanzielle Spiesse für Privatschulen von Frau A. Amato. Herr Regierungsrat Reto Wyss nahm dazu am 19.12.18 in der LZ Stellung. Meiner Meinung nach ist es eine ganz grosse Stärke der Schweiz, dass alle Kinder den Zugang zu einer öffentlichen Schule mit hoher Bildungsqualität haben. Dadurch treffen Kinder aus unterschiedlichen Verhältnissen zusammen – was an Privatschulen nie möglich wäre – und lernen voneinander. Dabei wird der Grundsatz „Schule für alle“ gelebt und er steht für die geschätzte Chancengleichheit. Diese Chancengleichheit wird oft im Ausland neidvoll wahrgenommen.

Für die hohe Bildungsqualität an der Volksschule ist es wichtig, dass die Volksschule sich den Bedürfnissen der Kinder und deren Eltern annimmt, für die Veränderungen der Gesellschaft offen ist und sie sich daran orientiert. Deshalb wird gemäss Regierungsrat Reto Wyss die Volksschule die Angebote für Hochbegabte ausbauen. Für Kinder mit Lernschwierigkeiten stehen heute schon schulische Angebote in Form von spezieller Förderung zur Verfügung. Dazu sollen an den Volksschulen finanzielle und personelle Ressourcen adäquat eingesetzt werden. Nicht im Giesskannenprinzip sondern punktuell für eine nachhaltige Förderung aller Schülerinnen und Schüler.

Für die Schweiz, wie auch für den Kanton Luzern, ist eine starke Volksschule der Garant für den sozialen Frieden wie auch für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger. Tragen wir Sorge zur Chancengleichheit wie auch zur Stabilität der Volksschule!

Christine Kaufmann-Wolf, Kantonsrätin CVP, Kriens