«Runder Tisch» der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft AWG in Mosen

In den letzten 20 Jahren haben gewisse Kreise gegenüber der Politik eine «Misstrauenskultur gegenüber denen da oben» aufgebaut. Mit fatalen Folgen: Konsens, Reformen und Grossprojekte haben es immer schwerer – so der prominente «Runde Tisch» der AWG Kanton Luzern in Mosen.

«Für einmal geht es nicht um Tagesaktualitäten oder wirtschaftspolitisches Pro und Contra, sondern um die Politkultur», sagte Josef Wyss, Präsident der AWG Kanton Luzern vor 130 Zuhörenden. Der «Runde Tisch» der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern war prominent besetzt: Ständerat Konrad Graber, die Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss sowie Ida Glanzmann-Hunkeler, Andrea Gmür und Leo Müller aus dem Nationalrat. Moderatorin Astrid Bossert Meier leitete das Podium.

Konsensdemokratie strauchelt

Die Diskussion zeigte, dass es um die Bereitschaft zum Konsens immer schlechter steht – obwohl alle in Sonntagsreden die Konsensdemokratie loben. Als Folge davon haben es grosse, mutige Projekte oder grundlegende Reformen immer schwerer in Parlamenten oder vor dem Volk Mehrheiten zu finden. «Wir müssen die Politik der Bevölkerung besser und verständlicher erklären», war eine Erkenntnis. Als Ursache wurde aber auch genannt, «dass es immer häufiger nicht um die Sache, sondern um die Person und die Partei geht.» Dazu kommt der heutige Medienbetrieb. «Manchmal sind wir Politiker nur noch Freiwild der Medien», sagte ein Teilnehmer.

Hass gegen Obrigkeit rächt sich

Grossen Einfluss hat die aufgeschäumte Parteienlandschaft. «Wir müssen uns nicht wundern, wenn das Volk fast alles ablehnt», sagte jemand am Podium. In den letzten 20 Jahren hätten gewisse Kreise systematisch eine Kultur des Misstrauens «gegen alles, was von den Regierenden kommt» gesät. Regierungen oder Parlamente wurden als «Angsthasen» belächelt oder «dass man denen sowieso nichts glauben kann.» Dieser entstandenen Misstrauenskultur entgegenzutreten sei nicht ganz einfach – «aber an dieser Aufbauarbeit müssen sich alle Parteien mit den Medien beteiligen.»

Vor dem «Runden Tisch» besichtigten die Mitglieder der AWG die Peka AG Mosen. Das Unternehmen wird in dritter Generation von den Geschwistern Beni und Sandra Weber geführt. Beeindruckt waren die AWG-Mitglieder nicht nur, dass die 130 Mitarbeitenden 70 Prozent ihrer Produkte erfolgreich exportieren. Vorbildlich sind auch die Innovationskonzepte und die modernen Arbeitszeitmodelle.

Kurt Bischof

 

Die Podiumsteilnehmenden (v.l.): Astrid Bossert Meier (Moderation), Nationalrat Leo Müller, Nationalrätin Andrea Gmür, Regierungspräsident Guido Graf, Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler, Ständerat Konrad Graber und Regierungsrat Reto Wyss. Bild bi.

 

 

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