Das Luzerner Stimmvolk hat die Fremdspracheninitiative klar abgelehnt. Der Regierungsrat begrüsst das Votum. Damit wird das aktuelle Zwei-Fremdsprachen-Modell an den Luzerner Volksschulen bestätigt und fortgeführt: Englisch ab der 3. Klasse und Französisch ab der 5. Klasse.

57.7 Prozent der Luzerner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben gegen die Volksinitiative «Eine Fremdsprache auf der Primarschule» gestimmt und sich für den geltenden Fremdsprachenunterricht ausgesprochen. Sie sind damit der Empfehlung des Regierungsrates und einer Mehrheit des Kantonsrates gefolgt. Die Initiative hatte gefordert, eine der beiden Fremdsprachen auf die Sekundarstufe zu verschieben.

Mit der klaren Absage an die Initiative reiht sich der Kanton Luzern in alle übrigen kantonalen Abstimmungsergebnisse zur selben Frage ein. Somit wird in Luzern weiterhin Englisch ab der 3. Klasse unterrichtet und in der 5. Klasse mit Französisch begonnen, wie in den übrigen Zentralschweizer Kantonen. Bildungsdirektor Reto Wyss sagte am Abstimmungssonntag, mit ihrem Votum habe die Bevölkerung eine Luzerner Sprachinsel ebenso verhindern wollen wie die Verschiebung von Englisch in die Oberstufe und die damit einhergehenden Bildungsnachteile: «Die Luzerner Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin schon in frühen Jahren mehrsprachige Erfahrungen machen können und dieselben Chancen haben wie Lernende in anderen Kantonen.» Das erleichtere massgeblich den Austausch auf den einzelnen Stufen, zum Vorteil der Kinder.

Das klare Abstimmungsergebnis ist auch angesichts der angespannten kantonalen Finanzsituation günstig: Eine Abkehr vom heutigen Konzept hätte eine umfassende Reform nach sich gezogen, die sich in der Überarbeitung von Lehrmitteln und Wochenstundentafeln bis hin zur Lehrerausbildung niedergeschlagen hätte.

Mit der Einführung des Lehrplans 21 werden seit dem neuen Schuljahr auf der Primarstufe je eine zusätzliche Lektion Mathematik und Deutsch angeboten. Zudem wird in der 5. und 6. Klasse je eine zusätzliche Lektion Französisch unterrichtet. Mit diesen Massnahmen erhalten die Lernenden in der Primarschule mehr Zeit, um ihre Kenntnisse in Deutsch und in Französisch zu vertiefen und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.