Am 3. Oktober 2019 startet der zweite Teil der nationalen Kampagne zur Prävention von Cyberbetrug «Und Sie? Hätten Sie ja gesagt?», der dem Thema Liebesbetrug (Romance Scam) gewidmet ist.

Die Kantons- und Stadtpolizeien der Schweiz und die SKP haben am 17. Juni 2019 eine nationale Präventionskampagne lanciert, um die Bevölkerung über die möglichen Gefahren im Zusammenhang mit der Nutzung des Internets zu sensibilisieren. Anibis.ch, die grösste kostenlosen Kleinanzeigen-Plattform der Westschweiz, unterstützt diese Bemühungen ebenfalls. Als Teil der nationalen Präventionskampagne wird alle drei Monate ein rund einminütiger Videoclip veröffentlicht, der auf den sozialen Netzwerken verbreitet wird. Der erste Teil der Kampagne widmete sich den Betrugsdelikten auf Kleinanzeigen-Plattformen und wurde über alle polizeilichen Kanäle verbreitet und auch von Anibis.ch aufgegriffen.

Nun beschäftigt sich der zweite Teil, der am 3. Oktober 2019 lanciert wird, mit dem Thema Liebesbetrug im Internet (Romance Scam oder auch Love Scam).

Ende 2019 folgt der dritte Teil der Kampagne, in dem der Deliktsbereich Money Mules thematisiert wird. Die Kampagne wird 2020 mit neuen Videoclips zu weiteren Formen von Internetbetrug fortgesetzt. Parallel dazu werden in den Kantonen verschiedene zusätzliche Sensibilisierungsaktionen durchgeführt. Dazu zählen etwa Plakatkampagnen, Verteilung von Postkarten, Hintergrundartikel auf Präventions-Webseiten und Vorträge.

«Und Sie? Hätten Sie ja gesagt?»

Der zweite Teil der Kampagne will nun auf die Gefahren einer spezifischen Form von Cyberbetrug aufmerksam machen, bei dem Menschen ins Visier genommen werden, die im Internet nach einer Partnerin oder einem Partner suchen oder für entsprechende Anfragen empfänglich sind. Der Romance Scam ist ein Delikt, das grosse und nachhaltige Schäden verursacht: Die Betrüger und Betrügerinnen leeren nicht nur das Konto ihrer Opfer, sondern brechen auch ihr Herz. Mit der Geschichte von Marie, die sich in den fiktiven Franck verliebt und eine grosse Enttäuschung erlebt, sollen die vier allgemeinen Botschaften der Kampagne hervorgehoben werden, die das Risiko vermindern, Opfer eines Internetbetrugs zu werden:

• Vertrauen Sie nie jemandem, den Sie nur über Internet kennen.
• Geben Sie nie Ihre Passwörter oder Ihre amtlichen Dokumente weiter.
• Geben Sie nie intime Fotos oder Informationen preis.
• Leisten Sie nie eine Vorauszahlung, wenn Sie dem Gegenüber nicht vollständig vertrauen.

Die landesweite Koordination der Präventionsarbeit ist umso wichtiger, als die Cyberkriminalität in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat. Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) belegen dies klar: Während die Zahl der Betrugsfälle 1990 noch 9238 betrug, lag sie 2018 bereits bei 16’319 (also plus 76,7 %), wobei ein Grossteil der Zunahme dieser Art von Kriminalität auf die Entwicklung des Internets zurückgeführt werden kann. Hinzu kommt, dass diese kriminellen Praktiken international betrieben werden und sich extrem rasch weiterentwickeln. Dies erschwert die strafrechtlichen Ermittlungen, die aufgrund der Anzeigen der Opfer eingeleitet werden.

Da sich Opfer eines Romance Scams oft schämen, dass sie derart naiv gewesen sind und sich auf diese Weise haben betrügen lassen, tendieren sie dazu, keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Es ist also gut möglich, dass die Zahl der eingegangenen Anzeigen für diese Art von Kriminalität nur die Spitze des Eisbergs ist. Ausserdem kann der materielle Schaden im Zusammenhang mit einem Romance Scam beträchtlich sein. 2017 hatte ein Schweizer Rentner beispielsweise seiner virtuellen Partnerin aus Ghana Geschenke im Wert von fast 400’000 Franken gemacht. Zu diesem finanziellen Verlust hinzu kommen die psychischen Schäden, die durch einen solchen Liebesbetrug verursacht werden: Die Opfer verlieren nicht nur das Vertrauen in sich selbst, sondern auch in andere Menschen. Vor diesem Kontext kommt der Prävention von Romance Scams eine grosse Bedeutung zu.