Ludwig Peyer, Fraktionschef CV

Der Verkehr auf Strasse und Schiene hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Dabei konnte der Anteil des öffentlichen Verkehrs deutlich gesteigert werden. Trotzdem sind die Herausforderungen gross, geht doch das Bevölkerungswachstum weiter und damit auch das Mobilitätsbedürfnis. Vor allem in der Stadt Luzern und in der Agglomeration haben wir Engpässe, die es zu beheben gilt. Wie auch immer die Spange Nord einmal aussehen wird:

Es braucht in jedem Fall eine Entlastungsstrasse für die Innenstadt von Luzern und es braucht eine Entlastung der nationalen Nord-Süd-Achse im Rahmen des vom Bund finanzierten Bypass. Leider befindet sich die Politik aber in einer ideologischen Sackgasse. Insbesondere die linken Parteien versuchen, alle Massnahmen für die Strasse zu verhindern – wohlwissend notabene, dass ein Grossteil des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse abgewickelt wird. Von ganz rechts wiederum will man vom öffentlichen Verkehr nichts wissen. Diese Scheuklappen gilt es aufzubrechen. Nur mit pragmatischen Lösungen können wir unseren Kanton weiterbringen. Dabei sehe ich ein grosses Potenzial in den technischen Innovationen bei der Mobilität, was letztlich auch der Umwelt zugute kommt.


Andreas Moser, Fraktionschef FDP

Die Mobilität ist der Grundstein jeder freien Gesellschaft. Sie ermöglicht die lebenswerte Gestaltung unseres Alltags und garantiert das Funktionieren des Wirtschaftskreislaufes. Es muss deshalb unser Ziel sein, dass die Luzerner Bevölkerung und alle Gewerbetreibenden mit dem für sie effizientesten Verkehrsmittel schnell und sicher ans Ziel kommen. Die Verkehrsprobleme unseres Kantons lassen sich nur lösen, wenn Land, Agglomeration und Stadt zusammenspannen und sich Autofahrer, ÖV-Benutzer, Velofahrer und Fussgänger gleichberechtigt ergänzen. Bedeutende Mobilitätsprojekte wie der Durchgangsbahnhof, der Autobahn-Bypass Luzern mit der Entlastung Nord und die Umfahrungsprojekte in den Gemeinden stellen sicher, dass wir alle mehr Zeit mit unserer Familie und unseren Freunden verbringen können, anstatt im Stau zu stehen. Daneben müssen wir die Raumnutzung in Städten, Dorfkernen und Neubaugebieten verdichten. So schaffen wir kurze Verbindungswege zwischen Wohn-, Arbeits- und Freizeiträumen. Diese gute Erreichbarkeit muss natürlich auch für die ländlichen Regionen sichergestellt sein. Ich bin
überzeugt: Mit den genannten Massnahmen bleibt der Kanton Luzern eine zentrale Mobilitätsdrehscheibe.


Monique Frey, Fraktionschefin Grüne

Der Verkehr, vor allem der Autoverkehr mit Verbrennungsmotor, ist für über einen Drittel der gesamten CO 2 -Belastung in der Schweiz verantwortlich. Leider ist der Verkehr in den vergangenen Jahren nicht umweltfreundlicher geworden. Die verkauften Autos wurden 2018 wieder schwerer und die SUV gehören noch immer zu den meistverkauften Autos. Ein Elektroauto-Boom ist sowieso nicht in Sicht. Und herrscht in der Stadt Luzern nicht nur
Verkehrschaos. Es sind je etwa 2 Stunden am Morgen und 2 Stunden am Abend, in denen man als Automobilist etwas langsamer vorankommt. Deswegen den Teufel an die Wand zu malen, ist jedoch schädlich für das Gewerbe. Vielmehr ist es sinnvoll, mehr in die Verkehrslenkung zu investieren. Einerseits ist der öV durch Frequenzerhöhungen und Beschleunigungsmassnahmen wie Busspuren auszubauen. Andererseits sind Velo- und Fusswege in der ganzen Stadt und Agglomeration so sicher zu bauen, dass die eigenen Füsse oder das Fahrrad für Kurzdistanzen das bevorzugte Verkehrsmittel werden. Viele Städte weltweit haben mit einer Teilsperrung des Zentrums sehr gute Erfahrungen gemacht: Die Stadt mit ihrem Gewerbe wird attraktiver und gleichzeitig wird die Aufenthaltsqualität erhöht.


Michèle Graber, Fraktionschefin Grünliberale

Verkehr und Umweltschutz hängen eng zusammen. Zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen müssen wir das Klima schützen und Massnahmen ergreifen, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Dies gelingt uns mit der Förderung von erneuerbaren Energien und neuer Technologien für die Lenkung der Verkehrsströme und Nutzung der Verkehrsmittel. Vierspurige Autobahnen durch Stadtquartiere sind Konzepte der 1970-er Jahre. Neue Mobilitätsformen, Anreizsysteme und die Anwendung des Verursacherprinzips tragen dazu bei, die vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen. Eine ökologische Motorfahrzeugsteuer deckt die Umweltkosten verursachergerecht und trägt gleichzeitig zur Reduktion des CO2-Ausstosses bei. Der heutige Pendlerabzug subventioniert die Auto-Mobilität und benachteiligt alle, die ihren Arbeitsplatz zu Fuss, mit dem Velo oder dem ÖV erreichen. Mit der Reduktion auf die Höhe eines Generalabonnements zweiter Klasse wird die Attraktivität des ÖV und des Velos gesteigert. In den Zentren und der Agglomeration sollte konsequent auf durchgehende Bus- und Velospuren gesetzt werden. Und mit Mobility Pricing können wir Stauzeiten reduzieren und die vorhandene Infrastruktur für den MIV und ÖV effizienter nutzen.


Ylfete Fanaj, Fraktionschefin SP

Eine erfolgversprechende Verkehrsplanung muss mit und nicht gegen den Willen der Bevölkerung geschehen. Dafür setze ich mich ein. Die Direktbetroffenen dürfen nicht übergangen werden, wie aktuell in der Stadt Luzern mit der Stadtautobahn Spange Nord oder in Kriens mit dem Bypass. Wenn eine Gemeinde auf ihrem Gebiet eine Temporeduktion für mehr Sicherheit fordert, so muss der Kanton dies bewilligen. Verkehrsprobleme lösen wir mit mehr Köpfchen statt mit noch mehr Beton. Wo immer möglich soll der Verkehrsfluss mit betrieblichen Massnahmen verbessert werden. Dazu gehört auch eine konsequente Förderung des effizientesten Verkehrsmittels: In der Agglomeration und den ländlichen Zentren ist dies klar der öffentliche Verkehr. Bis 2030 wird die ÖV-Mobilität im Kanton Luzern um 40 Prozent zunehmen. Die Realisierung des Durchgangsbahnhofs, der einerseits die Kapazitäten ausbaut, andererseits die Reisezeiten verkürzt, ist dabei von grosser Bedeutung. Gegenüber teuren Umfahrungen bin ich skeptisch eingestellt, wenn sie nicht mit Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den Dörfern verbunden sind. Sonst produzieren sie nämlich bloss noch mehr Verkehr und zerstören gleichzeitig wertvolles Kulturland.


Urs Dickerhof, Fraktionschef SVP

Eine bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur ist die Voraussetzung für Wohlstand und Freiheit. Gemäss einer Pendler-Stau-Statistik steht Luzern an 17. Stelle betreffend Stauanfall – weit hinter der Stadt Zug. Mit dem Gesamtsystem Bypass inkl. Spange Nord werden die nötigen Massnahmen eingeleitet, um die Situation nicht weiter zu verschlechtern. Doch in einer Zeit, in der nicht mehr Visionen gefragt sind, sondern nur noch kurzfristige Lösungsansätze verfolgt werden, ist es schwierig, die Probleme der Zukunft zu lösen. Es ist eine Tatsache, die sich nicht wegdiskutieren lässt: Der Individualverkehr wird weiter zunehmen. Entscheidend wird sein, dass wir mit den vorhandenen Mitteln die wichtigsten Engpässe beseitigen und Ausbauten auf dem gesamten Netz vornehmen. Strasse und Schiene sind dabei gleichwertig zu behandeln. Die Mobilität erschliesst und verbindet Lebens- und Wirtschaftsräume und eröffnet Beschäftigungschancen. Darum müssen wir die Mobilität sichern und den Verkehr verflüssigen, nicht behindern. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung, damit Menschen, Güter und Dienstleistungen pünktlich, sicher und bequem ihr Ziel erreichen.