Britische Rock-Opas mit brandneuen Blues-Nummern

Die englische Rockgruppe THE ROLLING STONES  waren vor Jahrzehnten die «Bad Boys» schlechthin und genossen dazumals aber auch den Ruf, in der internationalen Musikwelt mit Abstand die perfekteste Rock-Kapelle der Welt zu sein! Trotz der schwindelerregenden Multi-Millionen-Umsätze ihrer Longplayer bzw. Singles und  trotz ihren Luxusvillen, Landhäuser, Schlösser sowie megateuren Wagenparks haben sich die Rolling-Stones-Musiker das bestens bekannte Rebellen-Image bewahren können. Die bösen Buben von nebenan hatten sich mit ihren Sex- und Drogenausschweifungen konsequent über bürgerliche Moralvorstellungen  hinwegsetzen können und galten daher früher als schmutzige, aggressive und bitterböse Exponenten einer neuen  proletarischen Musik. Wo sie auch immer in den Jahren 1964 bis 1967 auftraten – natürlich stets in Riesenarenen – ging nicht selten das ganze Mobiliar in Brüche. Die Rolling-Stones-Anhänger kamen in  grossen Scharen und eine riesengrosse Hysterie entwickelte sich. Zuvor hatten die vier Pilzköpfe von THE BEATLES für ähnliches Aufsehen gesorgt – es ging aber viel gesitteter zu und her. Nun: Vor knapp 53(!) Jahren veröffentlichte die dienstälteste Rock-Kapelle der Welt, THE ROLLING STONES, (ausser der ungarischen Rockband OMEGA/Bandgründung 1962!) ihr Debüt-Album. Jetzt, nach über einem halben Jahrhundert, brachten die unverwüstlichen Rock-Opas aus Grossbritannien, MICK JAGGER (73) und KEITH RICHARDS (73) & Co., ein reines Blues-Album auf den Markt. Der aktuellste Studio-Longplayer «BLUE & LONESOME» (Universal) umfasst dreizehn stones-typische Blues-Cover-Nummern. Elf Jahre nach ihrer letzten Studioeinspielung «A BIGGER BANG» meldet sich also die (fast) dienstälteste Rock-Combo dieses Planeten mit einem Cover-Werk zurück.  «Blue & Lonesome» ist eine Hommage an die früheren Helden der englischen Musiker – an die grossen Namen des Chicago-Blues. Gleichzeitig ist ihre aktuellste Studio-Produktion das 25. Album der Rolling-Stones – ein Blick zurück auf ihre Anfangstage ihrer ruhmreichen Formation. Auf «Blue & Lonesome» sind vorwiegend unbekanntere Nummern von Jimmy Reed, Howlin` Wolf, Otis Rush, Lighthin Slim, Magic Sam, Eddie Taylor oder Willie Dixon und Little Walter zu hören. Die Rolling-Stones bringen die Songs so lebendig und authentisch rüber, dass man jederzeit damit rechnet, plötzlich die Stimme von Howlin` Wolf zu hören… Nicht nur in dessen «Commit A Crime», das einen in der Stones-Fassung auf «Blue & Lonesome» schier um den Verstand zu bringen droht – mit seinen knorrigen Licks und diesem mantrisch-stampfenden Groove, welcher sich zu einer knisternden Energiewolke verdichtet und sich in einem ekstatischem Mundharmonika-Solo entlädt, das Grossmaul MICK JAGGER einmal mehr als Meister dieses Instruments ausweist. «Blue & Lonesome» ist das beste Chicago-Blues-Album seit längerer Zeit! Ob es allerdings die Altherrenriege um Mickie Jagger und dem nicht mehr ganz faltenfreien Keith Richards vor ihrem Ableben noch einmal schaffen, ein weiteres Stones-Studio-Werk unter die Millionen Stones-Freaks zu mischeln, bleibt abzuwarten… Das Universum und der liebe Gott wird in vielen Jahren eine Antwort darauf geben… – THE ROLLING STONES FOR EVER!?!

Mario P. Hermann

Wettbewerb

Aus welchem Land stammen die Rolling-Stones?
Exklusiv verlost der «rontaler» zweimal die neueste CD-Scheibe «Blue & Lonesome» von The Rolling-Stones. Richtige Antwort bitte per E-Mail (Vermerk: The Rolling-Stones) an: wettbewerb@rontaler.ch. Einsendeschluss ist am 29. Januar. VIEL GLÜCK!