Patrick Seiz, Drogist und Naturheilpraktiker, Drogerie, Buchrain.

Im Winter bewegen sich viele Menschen weniger als in den wärmeren Jahreszeiten. Nicht unbedingt wegen der Kälte, sondern weil es nach der Arbeit schon dunkel ist. Wenn nun der Nacken schmerzt und der Rücken zwickt, kann das durchaus mit diesem Weniger an Bewegung zusammenhängen. Meistens liegt die Ursache jedoch in unserer täglichen Tätigkeit oder vielmehr wie, in welcher Stellung wir sie ausführen.

Wir schenken unserem Rücken (Nacken inklusive) meist zu wenig Aufmerksamkeit im Alltag. Erst wenn er schmerzt oder gar blockiert, reagieren wir und wollen so schnell als möglich Linderung. Bei schwerer körperlicher Arbeit sollte der Rücken wenn immer möglich eine gerade Position innehaben. Also für das Heben mit geradem Rücken in die Knie gehen und das Gewicht mit den Muskeln der Oberschenkel anheben und nicht mit dem Rücken. So wirken die Kräfte auf die grösstmögliche Fläche der Wirbelsäule. In gebeugter Haltung wirkt das Gewicht auf eine relativ kleine Fläche und die Kräfte werden um einiges stärker. Auch sehr rückenbelastend wirken Arbeiten in «verdrehter» Stellung.
Bei der Arbeit am PC ist es mehr die dauernde Fehlhaltung beim bequemen Sitzen und die einseitige Beanspruchung durch das Bedienen der  Maus, was zu Verspannungen führt. In anderen Berufen ist es das lange Stehen, welches zu Problemen führen kann. Beim Job des Familien-CEO (Mutter/ Hausfrau) kommen häufig verschiedene Aspekte zusammen wie einseitiges Heben (Kinder), langes Stehen (z.B. glätten und kochen) Stress durch Zeitknappheit und zu wenig Regeneration durch gestörten Schlaf. Viele Faktoren, welche die Spannung in den Muskeln überhöhen und in der Folge zu Schmerzen führen können.
Während bei der schweren körperlichen Arbeit oft nur die Selbstdisziplin helfen kann, gibt es in anderen Bereichen nützliche Helfer. In vielen Büros haben Pulte Einzug gehalten, die als normale oder als Stehpult benutzt werden können. So wird der Rücken durch leichte Bewegung und wechselnde Stellungen entlastet. Die Haltungsmuskulatur, also nicht die grossen Rückenmuskeln, werden so variabler gebraucht, was ihnen hilft locker zu bleiben. Dieser Umstand kann wesentlich verstärkt werden, wenn wir auf einem weichen, flexiblen Untergrund stehen. Darauf findet unser Körper nie den vollständigen Halt. Die Muskulatur in den Füssen, in den Unterschenkeln bis hinauf zu den Wirbelsäulenmuskeln werden ständig kurz gebraucht und wieder losgelassen auf der Suche nach dem sicheren Halt. So wird die Haltemuskulatur gestärkt und Verspannungen vorgebeugt, zudem zeigt sich, dass unser Gehirn dabei besser, kreativer arbeiten kann. Ein spannender Ansatz nicht nur für die Berufswelt, sondern auch für die Schule. Kinder, die nie ruhig sitzen, wären an einem Stehpult mit einer weichen Stehunterlage besser bedient. Dazu laufen auch Untersuchungen, die vielleicht einiges bewegen können. Diese Matten fürs Büro, zu Hause oder überall dort, wo Leute lange stehen (sitzen) müssen, gibt es von Kybun, den Kybounder. Damit dieser Effekt auch genutzt werden kann, wenn man viel unterwegs ist, wurden Schuhe mit diesem Prinzip der Instabilität hergestellt, die Kyboots. Eine wirklich clevere und positiv-spürbare Entwicklung. Testen Sie die verschiedenen Modelle am besten selber.
Den Nacken, die Schultern und den Rücken können Sie auch während der Arbeit in kleineren Pausen durch einfache Übungen lockern.
Wer beim Einkaufen die Ware vom Gewicht her gleichmässig auf zwei Taschen aufteilt und sie beidseitig trägt, hilft dem Rücken. Noch mehr entlastet das «Einkaufswägeli», das durchaus eine Renaissance erfahren dürfte.
Wer noch genügend trinkt, sich körperlichen und geistigen Ausgleich zum Alltag gönnt und sich öfters eine naturheilkundliche Behandlung (z.B. Massagen, Bindegewebsbehandlungen, Energiearbeiten z.B. über die Meridiane etc.) zugesteht, hat gute Chancen auf weniger Rückenbeschwerden. Gerne beraten wir Sie dazu.