Richard Schacher befragt Theres Bucher, Geschäftsführerin Brillen Paradies Renggli Ebikon, zum Thema «Makuladegeneration»

 

Theres Bucher, was genau ist eine Makuladegeneration und wer ist davon betroffen?

Bei der Makuladegeneration ist die Stelle des schärfsten Sehens, das Sehzentrum, betroffen. Es werden zwei Formen unterschieden, die trockene und die feuchte. Betroffen sind u.a. Personen über 50 Jahre, öfters Frauen, Hellhäutige, blaue Augen, Genetik und Raucher; zu intensives Sonnenlicht, fehlende oder schlechte Sonnenbrille.

 

Sie haben sich auf die optometrische Abklärung von Personen mit einer Makuldegeneration spezialisiert. Wie können Sie betroffenen Personen helfen?

Grundsätzlich kann fast allen Personen mit einer Makuladegeneration mit speziellen Brillen oder anderen Hilfsmitteln geholfen werden.

 

Wie gehen Sie dabei vor?

Kommen Personen mit der Diagnose «Makuladegeneration» zu mir, berate ich die betroffene Person über ihr Krankheitsbild. Danach analysiere ich umfassend ihre Alltagssituation, Probleme und Wünsche.

 

Welche Hilfsmittel setzen Sie dazu ein?

Sehr wichtig ist eine korrekte Beleuchtung. Dann optimiere ich die bereits bestehenden Brillen. Vielfach sind diese nicht mehr auf dem neusten Stand. Dank modernsten Geräten und spezialisierter Ausbildung, kann die noch vorhandene Sehkraft ermittelt und mit geeigneten Brillengläsern optimiert werden. Selbst wenn ich eine vorhandene Sehschärfe von 15% auf 30% steigern kann, erfahren die betroffenen Personen eine Verdoppelung ihrer Sehkraft und dadurch eine deutlich  verbesserte Alltagssituation. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Abklärung ist die Blendung und das verminderte Kontrastsehen. Bei einer Makuladegeneration sind die Personen nicht nur stark geblendet, sondern ihr Kontrastsehen ist zusätzlich massiv reduziert. Eine gewöhnliche Sonnenbrille ist dann nicht mehr ausreichend. Um beides zu verbessern, gibt es heute viele Spezialfiltergläser.

 

Und wenn dies alles noch nicht ausreichend nützt?

In diesem Fall kommen vergrössernde Sehhilfen zum Einsatz. Darunter versteht man Lupen, Lupenbrillen (sehr starke Lesebrillen) und elektronische Hilfsmittel wie elektronische Lupen und Bildschirmlesegeräte.

 

Gibt es noch weitere Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern?

Selbstverständlich. Heute gibt es viele Alltagsgegenstände, die speziell für Personen mit reduzierter Sehschärfe konzipiert sind, z.B. sprechende Uhren, Fieberthermometer etc.

 

Weshalb haben Sie sich auf optometrische Versorgung bei Sehbehinderten spezialisiert?

Mit dem Satz: «Bei ihnen kann man nichts mehr machen» gebe ich mich nicht zufrieden. Das Thema lässt mich nicht mehr los und ich habe mich stetig darin weitergebildet und spezialisiert. Heute betreue ich betroffene Personen aus der ganzen Zentralschweiz. Unter diesen spricht es sich schnell herum und es werden weite Wege in Kauf genommen, wenn man Aussicht auf eine Verbesserung hat.

 

BRILLEN PARADIES RENGGLI

Augen und Brillen Event vom 28. bis 30. November in der Ladengasse in Ebikon

Brillen Paradies

Theres Bucher ist Geschäftsführerin im Brillen Paradies Renggli Ebikon, M.Sc. in Optometry und spezialisierte Optometristin in Low Vision, Dozentin an der FHNW am Institut für Optometrie im Spezialfach Low Vision