Der Literatur-Skulpturenweg Buchrain wurde am 6. April 2019 mit Pauken und Trommeln eröffnet. Über 160 Besucherinnen und Besucher haben sich von diesem besonderen Spazierweg begeistern lassen.

Vor der Bibliothek Leumatt hiess Ursula Berset, Präsidentin des Trägervereins, die grosse
Gästeschar zur Eröffnung des Literatur-Skulpturenweges willkommen. Die
Literaturwissenschaftlerin Nicole Frey Büchel unterhielt sich mit dem Künstler und Bildhauer
Fritz Widmer über seine Motivation Literatur und bildende Kunst miteinander in Bezug zu
setzen. Die kurzweiligen Antworten Widmers führten zu interessanten und überraschenden
Erkenntnissen, wie man an Kunst herangehen kann. Anschliessend philosophierte der
Sempacher Künstler und Performer Urs Heinrich über die Frage, was Kunst eigentlich
ausmacht. Er lud die Anwesenden ein, ihre Vorurteile in ein leeres Couvert zu legen, um ihre Herzen zu öffnen und Kunst unbeschwert zu erfahren.

Auf dem anschliessenden Rundgang wartete bei einigen Skulpturen Überraschendes auf die
Besucher. Adrian Lustenberger entführte die Gäste mit seinen Alphornklängen bei der
Skulptur «Heidi und Peter» in die Bergwelt. Neben der alten katholischen Kirche wurde die
Skulptur «Der Erlkönig» in gespenstischen Nebel eingetaucht, während Marc Nufer Goethes
Gedicht mit tragender Stimme vortrug. Bei der Skulptur «Katze allein in der Wohnung»
rezitierte Anna Brun Wisława Szymborskas Gedicht in wohlklingendem Polnisch. Die
deutsche Übersetzung, gelesen von Marion Kleinschmidt, berührte alle mit den Gedanken
der vergeblich auf ihr verstorbenes Herrchen wartenden Katze. Gegen Ende des Rundganges schliesslich konnte man bei der Skulptur „Der kleine Prinz“ der Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry ab CD auf Schweizerdeutsch lauschen.

Auf dem Vorplatz des Alterszentrums Tschann war nach dem Rundgang bei allen
Teilnehmenden einhellige Begeisterung zu spüren. Die Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli
wünschte in ihrer kurzen Ansprache, dass der Literatur-Skulpturenweg das Dorfleben um
viele Begegnungen reicher und interessanter machen möge. «Ich hoffe sehr, dass der
Literatur-Skulpturenweg Buchrain in der Kulturlandschaft des Kanton Luzern einen festen
Platz einnehmen wird», sagte Ruckli. Möglich wurde dieses wunderbare Projekt dank Fritz
Widmer, der seine Leidenschaft für die Kunst mit Buchrain teilt. Für seine grosszügige
Schenkung gebührt ihm grosser Dank. Sie dankte auch dem Projektleiter und Initiant, Kurt
Fischer, der das Projekt mit grossem Herzblut vorangetrieben hat.

Dem Dank schliesst sich auch der Trägerverein an: wichtig war die Unterstützung der
politischen Gemeinde und der offiziellen Institutionen und Privaten, welche ihre
Grundstücke für die Ausstellung der Skulpturen zur Verfügung gestellt haben, sowie der
Sponsoren und der Mitwirkenden des Eröffnungsanlasses.

Zum Abschluss erklärte die Vereinspräsidentin den Literatur-Skulpturenweg für offiziell
eröffnet. Sie lud alle zu einem Apéro ein und nutzte die Gelegenheit, um für die
Mitgliedschaft im Trägerverein zu werben. Diese ‚verpflichtet’ zu einem Mitgliederbeitrag
von Fr. 20.00 und berechtigt zur Teilnahme an einem freiwilligen Jahrestreffen zwecks Pflege der Skulpturen und geselligem Beisammensein. Beschwingt gab Ursula Berset danach das Zepter an die Trommler des Tambourenverein Steinen weiter, welche den gefreuten Eröffnungsanlass mit wirbligen Klängen abschlossen.