Es ist wie es ist

Akzeptanz. Ein Begriff, der Fragen aufwirft. Ist er gleichbedeutend mit fehlendem Kampfgeist? Oder gar mit Resignation und Aufgabe? Lange Zeit habe ich das geglaubt. Vielleicht geht Akzeptanz manchmal tatsächlich mit einem gewissen Mass an Resignation einher. Doch schlussendlich bedeutet es einfach, dass ich die Realität so annehme, wie sie sich im Moment darstellt – auch wenn mir davon nicht alles gefällt. Wenn man in Widerstand gegen etwas verstrickt ist, blockiert man sich selber und wertvolle Energie geht verloren. Vom Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung stammt die Aussage: «What you resist, persists». Auf deutsch in etwa: Das, wogegen du dich wehrst, bleibt dir erhalten. Akzeptanz und Wandel scheinen Hand in Hand zu gehen. Doch wie schafft man es, Akzeptanz nicht nur mit dem Kopf zu verstehen, sondern auch wirklich zu leben? Der pensionierte Lehrer Karl Werner Dickhöfer brachte es mit folgendem Satz auf den Punkt: «Die Akzeptanz der Dinge nimmt zu im Quadrat der Entfernung». Was anderen geschieht kann ich vielleicht mit einer gewissen Distanz betrachten, aber wenn ich oder mein nahes Umfeld betroffen sind, wird es schon schwerer. Im Umkehrschluss besagt dieses Zitat: Je näher uns etwas (Unangenehmes) ist, desto schwieriger tun wir uns mit der Akzeptanz. Und wer oder was ist uns von allem am nächsten? Das sind wir selber. Wir und unsere Unzulänglichkeiten. Die Schlussfolgerung aus diesen beiden Erkenntnissen: «The most terrifying thing is to accept oneself completely» – das Beängstigendste ist, sich selber vollkommen zu akzeptieren. Diese Aussage würde ich persönlich sofort unterschreiben. Interessanterweise stammt auch dieses Zitat wieder von Carl Jung. Und irgendwie nimmt das doch etwas den Druck aus der ganzen Sache…Denn auch wenn mir das Thema wichtig ist und ich weiterhin nach (Selbst)-Akzeptanz streben werde: Manchmal muss man wohl einfach akzeptieren, dass es nicht einfach ist, zu akzeptieren.

Mit einem Augenzwinkern
Ihre LiBella