Schweizer Jugendchor SJC und Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester ZJSO schliessen sich für ein gemeinsames Projekt zusammen

Was auf den ersten Blick als normale Zusammenarbeit zweier junger Ensembles wahrgenommen wird, ist in Tat und Wahrheit eine kleine Revolution und ein einzigartiges Projekt in der gemeinsamen Orchester- und Chorarbeit zweier Ausnahmeensembles.

Während ähnliche Projekte oftmals so ablaufen, dass das Orchester und der Chor die Werkteile getrennt einüben und sich anschliessend für eine, im besten Fall einige, gemeinsame Probe(n) treffen, wird bei diesem Projekt der gewohnte Ablauf durchbrochen: Phrasierungen und Klangfarben werden in Register- und Tuttiproben gemeinsam erarbeitet. Worauf achtet ein Sänger bei einer musikalischen Linie? Worauf ein Instrumentalist bei derselben? Dieser Austausch fördert das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Arbeitsweisen und ermöglicht ein gemeinsames Musizieren, welches weit über die Chorbegleitung hinausgeht.

Trennung Chor-Orchester wird aufgelöst

In der Aufführung wird die räumliche Trennung zwischen Instrumentalisten und Orchester aufgelöst und verschmilzt zu einem Ganzen. Das Programm wurde auf diese einmalige Kombination abgestimmt: Nebst dem Hauptwerk – dem Mozart Requiem – ist «Sinfonia da Requiem» von Benjamin Britten für Orchester und «Urlicht» von Gustav Mahler (eigentlich auch ein Orchesterstück) in einer Fassung für Chor von Clythus Gottwald zu hören. Die Orchestermusiker haben dabei die Möglichkeit, die professionelle Chorarbeit mit einem ambitionierten Jugendchor kennen zu lernen und beim kleiner besetzten Mozart-Requiem im Chor mitzusingen. Für die Chorsänger wiederum besteht die Möglichkeit, einmal hautnah die Orchesterarbeit zu erleben, dabei zu sein, wenn ein junges, ambitioniertes Orchester probt und dann beim grossbesetzten Britten auch mitzuspielen. Nebst den musikalischen Zielen fördert dieses Projekt den Austausch zwischen den Sprachregionen der Schweiz: Die Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten stammen aus allen Regionen und Landesteilen der Schweiz und teilweise sogar aus dem Ausland.

Spezialist für historische Aufführungspraxis

Die musikalische Leitung des Projekts liegt in den Händen von Nicolas Fink (Gesamtleitung und Choreinstudierung) und Joseph Sieber (Orchestereinstudierung). Ein besonderes Highlight des Projekts ist die Mitarbeit des Geigers und weltbekannten Spezialisten für historische Aufführungspraxis John Holloway. Er ist einer der erfahrensten Konzertmeister der Alte-Musik-Szene und wird in mehreren Workshops und Proben beim Mozart-Requiem mitarbeiten. 

Dshamilja Schurtenberger

Konzertdaten
9. April, 19.30 Uhr,  KKL Luzern
21. April, 20 Uhr, Eglise St. Michel, Fribourg
22. April, 17 Uhr, Kirche Oberstrass, Zürich

Mitwirkende
Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester ZJSO, Schweizer Jugendchor SJC, Marie Lys (Sopran), Lisa Lüthi (Alt),  Remy Burnens (Tenor), Alexandre Beuchat (Bass), Nicolas Fink (Konzept und Musikalische Leitung), Joseph Sieber (Musikalische Leitung), Markus Güdel (Lichtdesign)