10 Tipps für private Autoverkäufe

Alles neu macht der Mai – oder auch das Frühjahr generell, wenn beim alljährlichen Frühjahrsputz des eigenen Hofs auffällt, dass es mal wieder ein neues Auto sein könnte. Soweit so gut, dank vielfältiger Occasionen ist der Neue schnell gefunden. Das bedeutet aber auch: Der Alte muss weg, und das möglichst gut. Was gibt es beim Autoverkauf zu beachten, damit hinterher aus dem Verkauf kein Rechtsstreit entsteht? Mit diesen zehn Tipps sind sie auf der sicheren Seite.

Vor einem Kaufabschluss gibt es einiges zu beachten. Bild fotolia.de © Syda Productions #100724106
Vor einem Kaufabschluss gibt es einiges zu beachten. Bild fotolia.de © Syda Productions #100724106

1.   Steuern

Ein Auto zu verkaufen soll meistens auch Geld in die Kasse spülen – so viel ist klar. Doch diese Motivation zum Verkauf ist rechtlich nicht legitim. Das sollten Verkäufer wissen, denn wenn sie das Auto gewinnbringend verkaufen, kann das Finanzamt auf der Matte stehen und auf Steuerhinterziehung plädieren. Besser: Das Auto von vornherein unter dem Kaufpreis ansetzen. Bei einem Wagen, der zwei Jahre lang im eigenen Besitz war ist ohnehin das ein oder andere Wehwehchen hinzugekommen, so dass ein kleiner Preisnachlass absolut zu verschmerzen ist und durchaus legitim wäre. Das stellt den Verkäufer auf die sichere Seite und zeigt so: Alles ohne Gewinn Absicht.

2.   Transport mit eigenen Schildern?

Das Auto ist verkauft und der Käufer möchte den Wagen sofort mitnehmen. Aber wie ist das mit der Versicherung? Nun – wenn Ihre Schilder am Wagen sind und eine Straftat damit begangen wird, stehen Sie erst einmal unter Verdacht, unabhängig davon, ob Sie noch im Besitz des Autos waren oder eine Stunde zuvor den Kaufvertrag unterschrieben haben. Besser also ist es, das Auto vorher abzumelden und den Käufer mit Tagesschildern wieder kommen zu lassen. Diese werden vom Lenker selbst organisiert, bezahlt und abgesichert, so dass Sie aus dem Schneider sind, wenn etwas Unrechtes passiert oder ein Unfall auftritt. Der neue Besitzer kann dann binnen 24 – 96 Stunden den Wagen transportieren und an seinem Wohnsitz anmelden.

3.   «Ach, das ist nicht so schlimm!»

Der Turbo pfeift schon eine Weile, das Auto raucht blau an kalten Morgen und auch sonst ist das ein oder andere kurz vor dem Verfall? Sagen Sie es! Nichts ist fieser, als ein «topfittes» Auto zu kaufen, das dem neuen Besitzer bereits nach zwei Monaten kaputt geht und einen finanziellen Schaden bedeutet. Nur wenn der Verkäufer beim Verkauf ehrlich nichts von einem Mangel gewusst oder geahnt hat, ist dieser nämlich aus dem Schneider. Ein Mangel, der schon vor dem Verkauf bestand und hätte bekannt sein müssen, kann zu einer erzwungenen Rücknahme führen, so dass letztendlich der Verkäufer selbst auf dem kaputten Auto sitzen bleibt und für den Schaden aufkommen muss. Besser ist es, von vornherein alle Mängel aufzuzählen, auch solche die behoben wurden – nur so sind Sie als Verkäufer auf der sicheren Seite und können mit dem Käufer einen fairen Preis abstimmen.

4.   Preisvorstellung anpassen

Das Auto ist schon ein paar Jährchen alt, sieht aber noch top aus – ein Grund für viele Verkäufer, einen hohen Preis dranzuschreiben. Das Problem: Über Kleinanzeigen und andere Occasionen gibt es einen grossen Gebrauchtmarkt, der die Preise drückt und an ein realistisches Niveau angleicht. Das sollten Verkäufer wissen, bevor sie ihr Auto anbieten. Nur dann kann ein realistischer Preis recherchiert werden, der den tatsächlichen Marktwert des Fahrzeugs widerspiegelt. Das wiederum erhöht die Chance auf Interessenten signifikant und verkürzt die Zeitspanne, in der das Auto einen neuen Besitzer findet. Andersherum müssen Werte auch Werte bleiben – gehen Sie also nicht mit dem Preis runter, nur weil sich seit einer Woche kein Interessent gemeldet hat. Ist die Preisvorstellung begründet, findet sich früher oder später ein Käufer – checken Sie das aber im Vorfeld auch im persönlichen Umfeld ab. Ein weiterer Weg führt über Händler: Wenn diese unverbindliche Angebote aussprechen, setzen Sie den Preis einfach ein paar hundert Franken darüber an – dann kommen Sie in etwa bei einem realistischen Preisniveau raus.

Eine gründliche Reinigung des Autos innen und aussen lohnt sich – nur so können Interessenten auch das Potenzial des Autos sehen und müssen es nicht hinter dreckigen Scheiben und dreckigen Fussmatten erahnen. Auch eine Politur kann helfen, das Auto aufzuwerten. Bild fotolia.de ©bernardbodo
Eine gründliche Reinigung des Autos innen und aussen lohnt sich – nur so können Interessenten auch das Potenzial des Autos sehen und müssen es nicht hinter dreckigen Scheiben und dreckigen Fussmatten erahnen. Auch eine Politur kann helfen, das Auto aufzuwerten. Bild fotolia.de ©bernardbodo #138757325

5.   Schein und Sein

Das Auto sollte für den Verkauf gründlich sauber gemacht und auf Hochglanz poliert werden – so viel ist klar. Genauso lohnt es sich natürlich, kleine Macken und Beulen vorher zu korrigieren, um hier keine Preisminderung in Kauf nehmen zu müssen. Kratzer-Polier-Sets und Lackstifte können bei kundigen Händen bereits einen grossen Unterschied ausmachen. Falls es sich um eine grössere Sache handelt, können auch Austauschteile helfen, den optischen Eindruck wieder gerade zu rücken. Wichtig ist trotzdem, dass nichts verschwiegen wird. Ein optisch ausgebügelter Unfall kann immer noch Auswirkungen auf das Innenleben gehabt haben, so dass es für den Käufer durchaus interessant und wichtig zu wissen ist, da solche Fakten über Kauf oder Nicht-Kauf entscheiden können.

6.   Rechnungen sind Gold wert

Versetzen Sie sich in die Lage des Käufers: Auch Sie wüssten am liebsten über die komplette Historie des Fahrzeugs Bescheid, wenn Sie es kaufen. Es gibt Klarheit darüber, was das Auto schon mitgemacht hat und wie lange ihm noch Vertrauen zu schenken ist. Deswegen lohnt es sich, alle Rechnungen aufzuheben und so jegliche Massnahmen zu dokumentieren, die an dem Auto vorgenommen wurden. Der Käufer wird es danken und auch ein höherer Preis kann dadurch gerechtfertigt sein.  Das Gleiche gilt übrigens für einen Check-Up. Der lohnt sich ebenso wie vor einer längeren Urlaubsfahrt auch vor dem Verkauf – eine MFK vor dem Verkauf erleichtert den Halterwechsel übrigens zusätzlich für den Käufer, da dieser sonst für die Prüfung aufkommen muss, wenn die letzte Untersuchung mehr als ein Jahr zurückliegt.

7.   Export: Immatrikulation und Anmeldung bei der Zollstelle

Wird ein Auto ins Ausland verkauft, müssen Exportpapiere angefertigt werden. Das stellt sicher, dass nichts am Zoll vorbei geschmuggelt wird. Das übernimmt entweder eine Spedition, die das Auto ins Ausland überführt, der Besitzer oder der Käufer – alle müssen jedoch den Export an der Zollstelle anmelden. Im Fahrzeugausweis wird dann vermerkt, dass das Auto zum Export bestimmt ist, die Kontrollschilder können entweder die regulär angemeldeten sein oder per Tagesnummern mit internationaler Versicherung besorgt werden. Hierbei hilft auch das Strassenverkehrsamt.

8.   Probefahrt: Sicherheit geht vor

Sind die Interessenten dann vor Ort, wird sicherlich auch eine Probefahrt anfallen, damit dem Käufer eventuelle Unregelmässigkeiten oder Geräusche auffallen können und er ein Gefühl dafür bekommen kann, wie der Wagen sich fährt. Hier ist es als Verkäufer wichtig, ein paar Sicherheits-Massnahmen zu treffen.

  • Lassen Sie den Fahrzeugausweis besser zu Hause – so hätte ein Dieb keine Chance
  • Fahren Sie selbst mit, so kann das Auto nicht abhandenkommen. Ausserdem können Sie so besser auf eventuelle Fragen reagieren, Geräusche oder Eigenheiten erklären.
  • Ist das Fahrzeug schon abgemeldet, sollten Sie sich im Vorfeld um Tagesschilder kümmern. Nur dann ist das Fahrzeug auch versichert, falls etwas passiert.
Der Vertrag sollte alle möglichen Formalitäten abdecken und auch den Zustand des Autos möglichst genau dokumentieren. Rechnungen und MFK Protokolle stützen die Historie des Autos dabei. Bedenken Sie: Der Verkäufer übernimmt mit seiner Unterschrift die Verantwortung für alles, was im Vertrag steht. Bild 3: fotolia.de ©mariesacha #89931778
Der Vertrag sollte alle möglichen Formalitäten abdecken und auch den Zustand des Autos möglichst genau dokumentieren. Rechnungen und MFK Protokolle stützen die Historie des Autos dabei. Bedenken Sie: Der Verkäufer übernimmt mit seiner Unterschrift die Verantwortung für alles, was im Vertrag steht. Bild fotolia.de ©mariesacha #89931778

9.   Die Formalitäten

Entscheidet sich der Interessent für das Fahrzeug, geht es an den Papierkram. Hier ist es wichtig, einen kompletten Kaufvertrag auszufüllen, der rechtlich Bestand hat und alle wichtigen Aspekte abdeckt. Besondere Vorsicht ist bei den Fakten rund um Schäden oder Unfälle geboten: War das Auto vorher bereits in mehreren Händen, ist die Garantie für eine Unfallfreiheit nicht zwangsläufig gegeben. Wer hier als Verkäufer also ein Kreuzchen bei „unfallfrei“ setzt, übernimmt damit nicht nur seine eigene Verantwortung, sondern auch die der Vorbesitzer automatisch. Hier also lieber vorsichtig agieren, als hinterher die Nachsicht haben.

10.        Die Bezahlung

Für die Bezahlung gibt es viele Möglichkeiten: Check, Überweisung oder auch Barzahlung sind beliebte Mittel beim Autokauf. Die sicherste Variante ist jedoch wohl die Übergabe des Fahrzeugs mit der des Bargeldes gleichzuschalten. So sind sowohl der Verkäufer als auch der Käufer auf der sicheren Seite und können weder das Geld noch das Fahrzeug nicht aushändigen. Stimmen Sie diese Modalitäten jedoch bereits bei der Vertragsunterzeichnung ab – nur so kann sichergestellt werden, dass beide Parteien einverstanden sind und der Verkauf nicht in letzter Sekunde platzt.