Wicker: „Die letzten Tage sind schon sehr emotional“

Lukas Wicker (65) war 35 Jahre lang Instrumentallehrer – unter anderem auch an der Musikschule Rontal. Nun geht der engagierte Schlagzeug-, Perkussionslehrer und Ensembleleiter sowie passionierte Marimba-Spieler in Pension.

Momentan sind das Ihre letzten Tage als Instrumentallehrer an der Musikschule Rontal. Wie fühlt sich das an nach 35 Jahren?

Lukas Wicker: Es fühlt sich gut an, aber auch sehr emotional. Momentan finden an den verschiedenen Musikschulen, wo ich Perkussion unterrichte, die Abschlusskonzerte des Schuljahres statt. Das sind sowieso immer spezielle Momente – aber jetzt natürlich noch viel mehr.

Ein versöhnlicher Abschluss für Sie persönlich, dass jetzt endlich auch wieder Konzerte stattfinden dürfen…?

Wicker: Ja auf jeden Fall! In Root, beispielsweise, habe ich 25 Jahre unterrichtet. Das mit einem Konzert beenden zu können ist natürlich schön. Besonders berührt hatte mich dieses Jahr das Konzert in Buchrain mit diversen Gruppen und Ensembles. Der Funke zwischen den Schülern und den Zuschauern sprang richtig über, das hat man gespürt. Eines der schönsten Konzerte meines Lebens!

Was bleibt einem nach so vielen Jahren besonders in Erinnerung?

Wicker: Die Schüler und das, was wir zusammen erreicht haben. Es ist ja immer eine Art Reise, auf die man sich gemeinsam begibt. Sowohl musikalisch als auch menschlich. Jeder Schüler ist anders und das macht diese Arbeit so unglaublich interessant.

Wie hat sich die Nachfrage im Bereich Perkussions-Instrumente verändert in all diesen Jahren?

Wicker: Das Schlagzeug ist und bleibt ein Hip-Instrument. Ich selbst, habe erst mit 13 Jahren mit dem Drum-Set begonnen – eigentlich wurde ich zuerst in Klavier unterrichtet (lacht). Schlagzeug ist auch heute bei den Schülern immer noch sehr beliebt. Etwas schwieriger wird es bei den klassischen Perkussions-Instrumenten. Ideal ist, wenn es an einer Musikschule Ensembles gibt. Dort ist dann die Vielfalt an Perkussions-Instrumenten grösser und die Schüler können in diesem Rahmen einmal etwas Neues ausprobieren.

Nun neigt sich Ihre Zeit an den Musikschulen dem Ende zu. Haben Sie schon Pläne für die Zeit „danach“?

Wicker: Ich werde meinen Hobbys sicher ganz viel Zeit widmen. Dem Karate zu Beispiel. Dort würde ich gerne wieder mehr trainieren – soweit das meine Knochen noch aushalten (lacht). Ausserdem besitze ich einen Weinberg im Tessin. Mehr Zeit mit der Weinproduktion zu verbringen, darauf freue ich mich auch sehr. Was aber am wichtigsten ist: Mein Lieblingsinstrument, das Marimba! Mit diesem schönen Instrument werde ich die meiste Zeit verbringen.

Interview: Sara Häusermann