EBIKON – Die «Nacht der Philosophie» am 23. März im Gymnasium St. Klemens beleuchtet das Schicksal der vom nationalsozialistischen Regime in der Zeit von 1933 bis 1945 verfolgten Schweizerinnen und Schweizer.

 
Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden unter nationalsozialistischer Herrschaft und Besatzung Millionen von Menschen verfolgt und ermordet, zur Zwangsarbeit verschleppt oder massenweise in Lager deportiert. Die Schweiz erschien als sicherer Hafen, verschont von Krieg und Besatzung. Dennoch wurden auch über Tausend Schweizerinnen und Schweizer Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Es handelte sich dabei etwa um Frauen und Männer, die für den französischen oder belgischen Widerstand gegen die nationalsozialistische Besatzung kämpften. Schweizer Jüdinnen und Juden, die im Ausland lebten, wurden deportiert und nach Auschwitz, Flossenbürg oder andere NS-Lager gebracht, wo die meisten von ihnen ums Leben kamen. Zahlreiche Spuren dieser Menschen lassen sich im Schweizerischen Bundesarchiv in Bern finden: Berichte von Überlebenden von Konzentrationslagern, Nachforschungen von Schweizer Konsulaten im Ausland über den Verbleib von Schweizer Bürgern, die von nationalsozialistischen Behörden verhaftet worden waren, anrührende Briefe von besorgten Angehörigen. In dieser «Nacht der Philosophie» geht Christina Späti, Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg, einzelnen Schicksalen nach, analysiert Quellendokumente und diskutiert mit den Zuhörenden die Frage, warum diese Opfer keinen Platz im kollektiven Gedächtnis der Schweiz gefunden haben. (Freitag, 23. März, 20 Uhr, Aula Gymnasium St. Klemens)