Kartoffeltürme in Ebikon

Beim Eingang der reformierten Kirche an der Kaspar Koppstrasse in Ebikon stehen bepflanzte Kartoffeltürme als Zeichen der Solidarität bezüglich der diesjährigen Kampagne von „Fastenopfer“ und „Brot für Alle“ zum Thema Saatgut.

An diversen öffentlichen Orten werden solche Kartoffeltürme aufgestellt, auch in Ebikon. Für Peter Ruckstuhl, Präsident der Kirchenpflege, war es selbstverständlich, sich an der Aktion zu beteiligen. Die spontane Unterstützung der beiden Religionslehrpersonen Gabriele Kehl und Regula Beer war ihm sicher – mit ihren 16 Schülerinnen und Schüler der 5./6. Klasse würden sie die Anpflanzung im Religionsunterricht vorzunehmen.

Das Coronavirus machte leider einen Strich durch die geplanten Aktionen: Der Eröffnungsevent am 14. März in der Matthäuskirche Luzern mit Infoveranstaltung der ökumenischen Arbeitsgruppe musste abgesagt werden. Mitte April trafen nun die Utensilien für den Aufbau der Kartoffeltürme in Ebikon ein, geliefert von der Stadtgärtnerei: Kompostgitter, Jutesäcke, Stroh, Gemüseerde und Bio-Saat-Kartoffeln. Das unsichere Ende dieser vom Bund verhängten Notsituation machte eine spontane Pflanzaktion in kleiner Gruppe nötig, selbstverständlich unter Einhaltung des nötigen Abstandes – aber leider ohne Religionsschüler. Stellvertretend halfen die Kinder von Regula Beer, Aline Büchner und Gabriele Kehl mit.

Das Wachstum der Pflanzen in den Kartoffeltürmen kann jederzeit auf dem Vorplatz der
reformierten Kirche Ebikon mitverfolgt werden. Ende August werden die Religionsschüler die Kartoffeln ernten –man darf gespannt sein auf das Ergebnis. Und Peter Ruckstuhl hat bereits die nächste Überraschung bereit – er möchte diese Kartoffeln einem guten Zweck übergeben, nämlich Aebike helft. Patrick Widmer wird sicher eine gute Idee haben, in welcher Form er diese Kartoffeln verwerten wird.

Übrigens, der Kartoffelturm ist eine pfiffige Erfindung, die es ermöglicht, auf kleinstem Raum Kartoffeln heranzuziehen. Selbst auf dem Balkon – es genügt ein grosser, hoher Blumentopf oder einen Kasten bis zu 80 cm Höhe. Anleitung unter www.landkindleben.de/kartoffeln-im-jutesack Zum Thema Saatgut: Wir essen, was wir säen Traditionelles und regionales Saatgut sichert die Ernährung von uns allen. Über siebzig Prozent der Nahrungsmittel werden weltweit von Kleinbauern und -bäuerinnen produziert. Sie wissen am besten, was den Gegebenheiten vor Ort entspricht. Internationale Konzerne versuchen aber, das Geschäft mit dem Saatgut zu monopolisieren. Dies gefährdet viele Kleinbauernfamilien weltweit und langfristig auch unsere Lebensgrundlagen angesichts des Klimawandels und er schwindenden Artenvielfalt. Weitere Informationen zum Thema unter www.kathluzern oder www.reflu.ch/luzern.

Ursula Hunkeler

 

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