RONTAL – Sechs Gemeinden des Rontals haben gemeinsam mit Pro Senectute Kanton Luzern ein Pilotprojekt erarbeitet, um Menschen im AHV-Alter Informationen und Dienstleistungen einfacher zugänglich zu machen. Die «Drehscheibe 65plus Rontal» hat am 1. Oktober ihre Arbeit aufgenommen.

pd. Am Pilotprojekt «Drehscheibe 65plus Rontal» beteiligen sich sechs Gemeinden: Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau und Root. Gemeinsam mit dem Gemeindeverband LuzernPlus und Pro Senectute Kanton Luzern haben sie eine kostenlose Anlaufstelle für alle Altersfragen geschaffen. Und so funktionierts: Unter der Telefonnummer 041 440 50 10 erhalten Seniorinnen und Senioren Auskünfte zu konkreten Angeboten. Zudem werden auch Beratungen in der Region angeboten, Termine für Gespräche vermittelt und vieles mehr. Margrit Künzler, Sozialvorsteherin der Gemeinde Root und Mitinitiantin des Pilotprojekts, erklärt: «Die Sozialvorsteherinnen arbeiten schon seit längerer Zeit zusammen, weil die Themen, die uns betreffen, oft gemeindeübergreifend sind. Wir können so die vorhandenen Ressourcen besser nutzen.» So auch in diesem Fall. Die Beteiligten waren sich schnell einig, dass dieses Angebot einen Mehrwert für die angesprochene Zielgruppe darstellen würde, wie Künzler ergänzt. «Im November vergangenen Jahres haben wir die Idee an einem Treffen aller Gemeinderäte der beteiligten Gemeinden aufgegriffen.» Und dann sei alles relativ schnell gegangen. «Eine Steuer- und eine Projektgruppe, in der auch Vertretungen von Spitex, Altersheimen, der Kirche und der Senioren sitzen, haben in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Kanton Luzern das Projekt konkretisiert.» Nun nehmen seit dem 1. Oktober Mitarbeitende von Pro Senectute unter der Drehscheibe-Nummer Anrufe entgegen. Zudem ist eine Homepage mit Informationen zu den Angeboten aufgeschaltet: www.rontal65plus.ch

Auskunft und Vermittlung

Neben der telefonischen Auskunft gibt es am Standort Ebikon verschiedene Angebote. Unter anderem Sozialberatungen, Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung, Beratungen für Angehörige von Demenzkranken der Infostelle Demenz und auch kostenlose Rechtsauskünfte. «Die Drehscheibe 65plus Rontal» vermittelt dabei unkompliziert und bedarfsgerecht Informationen, bietet Orientierungshilfe und gewährleistet einen direkten Draht zu den verschiedenen Angeboten. «Das Telefon wird vom Pro-Senectute-Standort Emmen aus bedient, von Personen, die das Rontal bestens kennen und auf Informationen der Gemeinden zurückgreifen, welche in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert sind», erklärt Stefan Brändlin, Projektleiter Luzerner Modell 65plus. Die Drehscheibe spricht Menschen übrigens bereits in der Vorpensionierung an, wie Brändlin betont. «In dieser Phase stellt man sich bereits vielfältige Fragen, zum Beispiel zur Vorsorge oder zur kommenden Lebensgestaltung.»

Mehrwert für Seniorinnen und Senioren

Im Sommer 2018 werden die Gemeinden aufgrund eines Betriebskonzepts entscheiden müssen, ob sie die Dienstleistung weiterführen und finanzieren werden. «Im Seetal zum Beispiel bezahlen die Gemeinden zurzeit rund 33 Rappen pro Jahr und Einwohner für das Drehscheibe-Pilotprojekt», erklärt Margrit Künzler. «Ein bescheidener Betrag, wenn man denkt, was die Gemeinden dafür bekommen. Die Drehscheibe bietet für die Seniorinnen und Senioren im Rontal einen einfachen, kostenlosen Zugang zu Informationen an. Davon profitieren auch alle beteiligten Gemeinden mit ihren Angeboten.»

«Letztlich geht es um Menschen, die im AHV-Alter sind, in unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Herausforderungen», sagt Stefan Brändlin. «Es gibt jene, die gut situiert sind und über viele eigene Möglichkeiten verfügen, aber auch solche, die Unterstützung und Orientierungshilfe benötigen. Das Projekt verfolgt aber auch das Ziel, die wertvollen und vielfältigen Ressourcen vieler gesunder älterer Menschen zu mobilisieren – als Gewinn für diese selber und zum Nutzen für unsere Gesellschaft.» 

Margrit Künzler, Gemeinderätin Ressort Soziales und Gesundheit der Gemeinde Root: «Ein bescheidener Betrag, wenn man bedenkt, was die Gemeinden dafür bekommen». Bild zVg.