ADLIGENSWIL – Mit der neuen Gemeindestrategie soll auf reale Bedürfnisse eingegangen werden

Der Adligenswiler Gemeinderat hat sich entschieden, eine neue Gemeindestrategie auszuarbeiten. Die Strategie soll jedoch nicht im Alleingang sondern unter Einbezug der Bevölkerung, der Parteien, der Vereine und der Kommissionen beschlossen werden. Zudem müssen die Vorgaben des neuen Finanzhaushaltsgesetzes des Kantons eingehalten werden.

ste. Diese zeigen den Gemeinden auf, wie deren bestehende strategische und operative Führungsinstrumente zukünftig auszusehen haben. So sieht das Gesetz beispielsweise eine umfassende Gemeindestrategie über circa zehn Jahre oder ein Aufgaben- und Finanzplan über vier Jahre vor.

Fruchtbare Zukunftswerkstatt

Am 16. Februar führte die Gemeinde Adligenswil eine Zukunftswerkstatt durch, mit dem Ziel, die Anliegen der Bevölkerung zu eruieren. Teilgenommen haben 82 Personen, die in einer ersten Runde die Stärken und Schwächen der Gemeinde in 10 verschiedenen Gruppen diskutierten und zusammenfassten. Dabei stellte sich heraus, dass die Anwesenden vor allem die Gemeindeinfrastruktur, die Lage, die funktionierende Gemeinschaft, die Vielfalt der Vereine sowie die Bevölkerungszusammensetzung und die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr als positiv erachteten. Weniger begeistert zeigten sich die Adligenswiler und Adligenswilerinnen vom fehlenden Zentrum, von der Infrastruktur der öffentlichen Hand beziehungsweise den fehlenden Investitionsmitteln, von der erhöhten Fluktuation beim Schulpersonal und dem negativen Image der Schule im Allgemeinen sowie vom herrschenden Spardruck.

An der Zukunftswerkstatt wurden Meinungen gesammelt und Ideen ausgewertet. Bild zVg.
An der Zukunftswerkstatt wurden während zweieinhalb Stunden Meinungen gesammelt und Ideen ausgewertet. Bild zVg.

Es kristallisierten sich sechs Zukunftsthemen heraus

Hinsichtlich der Zukunft ergaben sich in der zweiten Runde der Werkstatt folgende Themen-Priorisierung, wobei Punkt eins und zwei am meisten, drei und vier häufig und fünf und sechs von je zwei Gruppen genannt wurden:

  • Die Gestaltung des Dorfzentrums. Das Zentrum soll attraktiver werden, es soll zum Flanieren und Verweilen einladen und den Kindern mehr Spielmöglichkeiten bieten. Zudem soll es sowohl Dienstleistungen der Gemeinde als auch privater Dienstleister umfassen.
  • Das Thema Bildung sowie familien- und schulergänzende Kinderbetreuung. Das bereits bestehende Angebot an familien- und schulergänzender Kinderbetreuung soll stark ausgebaut werden. So sollen beispielsweise neue Horte, Kindertagesstätten oder Mittagstische und Dienstleistungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden. Auch schultechnisch soll ein höherer Standard erreicht werden.
  • Zusammenarbeit mit Dritten. Die Zusammenarbeit zwischen Adligenswil und anderen Gemeinden, sowie privaten und öffentlichen Organisationen soll intensiviert werden.
  • Struktur und Einbezug der Bevölkerung. Die ausgewogene Bevölkerungsstruktur soll gesichert, die Begegnung zwischen den Bevölkerungsschichten gefördert und der Einbezug der Bevölkerung in die Politik unterstützt werden.
  • Bau. Die Gemeinde soll Ideen und Massnahmen zur Bereinigung der Zonenplanung, zur Schaffung von mehr Wohnraum und zu mehr verdichtetem Bauen prüfen.
  • Jugendfreizeitstruktur. Das Angebot an Räumen für die Jugend soll erhöht und bereits bestehende Räume verstärkt geöffnet werden.

Gemeinderat und Geschäftsleitung trafen sich Anfang März zur Klausurtagung um – unter Berücksichtigung der Resultate der Zukunftswerkstatt und der bestehenden Steuerungsinstrumente – die Gemeindestrategie und das Legislaturprogramm auszuarbeiten. Am 13. April wurde der Strategieentwurf vom Gemeinderat genehmigt und für die Vernehmlassung freigegeben. Diese läuft noch bis am 31. Mai. Der Vernehmlassungsentwurf, welcher unter www.adligenswil.ch zu finden ist, beinhaltet eine SWOT-Analyse (Anm. der Red.: SWOT = Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren), den Claim, die Vision, die Mission sowie die Leitlinien der Gemeinde. Bis Ende Juli soll die Strategie verabschiedet und danach der Bevölkerung zur Kenntnis gebracht werden.